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Zwischen Rampenlicht und grauer Maus – Route d’Occitanie 2018

Donnerstag, Jun 21, 2018 in Pro Cycling, 452 x angesehen

Tour-Mitfavorit Alejandro Valverde gewinnt die Gesamtwertung und zeigt den Jungs von BIKE AID die Grenzen auf. Dennoch bleibt die Tour d’Occitanie 2018 in positiver Erinnerung.
 

Es wäre realistisch betrachtet wahrscheinlich zu viel erwartet gewesen, hätte man vor der Rundfahrt von einem Platz unter den Top 20 im Gesamtklassement dieser Rundfahrt gesprochen, denn angesichts der mehr als prominent besetzten Startliste klingen die Namen der Jungs im Trikot von BIKE AID eher noch wie böhmische Dörfer für die meisten Radsportkenner.

Suleiman wer? Oder Meron wie? So oder so ähnlich dürfte das vorher bei den Radsportfans in Frankreich geklungen haben. Doch spätestens nach der ersten Etappe waren zumindest das Trikot von BIKE AID und der Name Meron Abraham in aller Munde. Mit einem tollen Tag in der Ausreißergruppe sicherte er sich alle Wertungen und somit das Bergtrikot, sowie das Nachwuchstrikot. Ebenso lag er auf dem dritten Rang der Gesamtwertung – für eine Nacht.

Bereits am nächsten Tag musste Meron seinen Strapazen Tribut zollen und verlor Zeit auf der zweiten Etappe. Auch während der anstrengenden Kletterpartien durch die Pyrenäen (knapp 200 km und 5 Pässe) mussten die Jungs von BIKE AID zusehen, mit welchem Tempo die Weltelite unterwegs ist. Auch wenn sie erst im letzten Anstieg den Anschluss verloren haben, konnte man dennoch wichtige Erkenntnisse ziehen: „Die Rennen auf diesem Niveau sind vom Start weg mit einem ganz anderen Tempo im Gange. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen und jeder kleine Fehler kostet enorm Kraft und wird bestraft. Gerade da müssen wir mit unseren Fahrern aus Afrika noch einiges ändern“, kommentierte Timo Schäfer die Leistungen.

Dennoch sollte man die Leistungen in dem richtigen Kontext betrachten und so lässt sich bspw. ein solider Platz im Mittelfeld der Gesamtwertung durch Salim Kipkemboi (19 Jahre) – immerhin noch vor vielen „Tour-de-France-Fahrern“ – durchaus positiv bewerten. Aber eines ist klar: es ist noch ein langer, weiter und vor allem harter Weg zum Ziel und das Projekt braucht immer wieder genau solche Rennen um die Messlatte neu zu justieren und die relevanten Erkenntnisse ziehen zu können.