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Sabine Fischer gewinnt Klassiker in Bellheim – Patrick Lechner auf Platz 9

Dienstag, Aug 20, 2013 in Pro Cycling

Bellheim - einer der noch wenigen Radklassiker in Deutschland. 200 flache Kilometer bei den Jungs und 60 bei den Mädels sorgen für hohe Geschwindigkeiten oder taktische Spielereien.
Ein Rennen ist nur so schwer, wie es die Fahrer machen. Dies trifft auf das Rennen in Bellheim ganz besonders zu. Denn Höhenmeter sucht man hier vergebens, auch wenn es das längste Rennen der Region ist. So ist das Rennen auch prädestiniert dazu, den charakterlichen Unterschied zwischen Jungs und Mädels in Radrennen zu verdeutlichen.
 
Wer in Bellheim einfach seine Kräfte in den Wind schießt in dem er versucht dem Feld davon zu eilen, obwohl es im Feld keinerlei Mühe kostet mit zurollen, der geht meist leer aus. Die Mädels gehen deswegen recht pragmatisch vor und das Rennen ist meist ein taktisches Versteckspielen. Damit alles andere als einfach das Rennen zu gewinnen, auch wenn nicht allein die Leistungsfähigkeit bestimmend ist. Deswegen gibt es trotz namhafter Starterinnen oft überraschende Gewinnerinnen. Um so erfreulicher für uns, dass Sabine Fischer sich den Sieg in Bellheim sichern konnte und Daniela Gaß sowie Martina Zwick auf die weiteren Podiumsplätze verwies. Mit einem zweiten Platz in Kandel und einem dritten Platz in Bensheim ist Sabine Fischer in den letzten Wochen sehr erfolgreich unterwegs.
 
Die Jungs haben im Rennen dagegen einen weniger kühlen Kopf und werfen ihre Kraft auch gerne in den Ring bzw. auf die Straße, lediglich um ihre Anwesenheit zu präsentieren. Dies sorgt in einem Rennen wie Bellheim nicht selten zu Durchschnittsgeschwindigkeiten um die 50km/h auf 200km. Nach dem „Einrollen“ der ersten 100km schaffte es BIKE AID Fahrer Timo Schäfer in eine gut besetzte Spitzengruppe, die aber leider wieder gestellt wurde. Als es letztlich zum finalen Sprint kam, war Patrick Lechner mit frischen Beinen zur Stelle und konnte sich in einem hektischen Finale auf Platz 9 hinter dem Sieger Jan-Niklas Droste (KT Team Heizomat) behaupten. Angesichts des hochkarätigen Teilnehmerfeld mit vielen Profiteams und Nationalmannschaften aus Lettland und den USA eine beachtenswerte Leistung. Wenn gleich in Deutschland leider weiterhin die Unart besteht, bei Strassenrennen nur die ersten eines Rennens auf dem Ergebnis zu würdigen (In Bellheim immerhin 20) und bei rund 200 Startern die Leistung der restlichen 180 mit Füßen zu treten.