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Karl Hall - Vom Mechaniker zum Radprofi

Montag, Aug 10, 2026 in Pro Cycling

Manchmal entwickeln sich Geschichten, die so niemand geplant hat.

Als wir Karl Hall 2024 kennenlernten, wollte er BIKE AID als Mechaniker bei Rennen unterstützen. Wir wussten, dass er selbst gerne Rad fährt und in seiner Jugend Leistungsschwimmer war. Dass in ihm möglicherweise ein zukünftiger Radprofi steckt, hatte damals niemand auf dem Schirm.

Im Winter reiste Karl gemeinsam mit Matthias Schnapka nach Monaco, um Antoin Schiffer zu besuchen und über die kommende Saison zu sprechen. Mit Antoin und einigen WorldTour Profis ging es natürlich auch aufs Rad, durch die Berge rund um Nizza.

Und da wurden wir zum ersten Mal stutzig. Karl konnte bergauf einfach mithalten und hatte auch bergab sein Rad erstaunlich gut unter Kontrolle.

Erst danach erzählte er uns seine Geschichte.

Ein Talent, das warten musste

Karl hatte schon als Jugendlicher Talent im Radsport gezeigt und war bereits für ein Radsportinternat angemeldet. Dann kam eine Immunerkrankung dazwischen, die ihn zwang, den Leistungssport aufzugeben.
Der Traum vom Radsport war damit zunächst vorbei. Verschwunden war er offensichtlich nie.

Als Karl während dieser Reise plötzlich neben Tadej Pogačar im Hafen von Monaco stand, musste man nicht viele Fragen stellen. Man konnte ihm ansehen, wie viel ihm dieser Sport bedeutet und dass da noch ein eigener Traum schlummert.

Die Saison 2025 verbrachte Karl trotzdem zunächst auf der anderen Seite des Profiradsports. Er begleitete BIKE AID bei vielen Rennen als Mechaniker, kümmerte sich um die Räder und unterstützte unsere Fahrer hinter den Kulissen.

Gleichzeitig wollte er selbst wieder Rennen fahren.

Plötzlich ging es schnell

Über den Winter verbesserte sich sein gesundheitlicher Zustand und die Ärzte gaben grünes Licht. Karl begann ernsthaft zu trainieren und innerhalb weniger Monate entwickelte sich aus dem Mechaniker einer der stärksten deutschen Amateure.

Er überzeugte in der Rad Bundesliga, fuhr erste Siege ein und zeigte ziemlich schnell, dass sein damaliger Weg in den Leistungssport nicht ohne Grund begonnen hatte.

Für uns war deshalb klar: Karl war durch seine Erkrankung lange ausgebremst. Jetzt verdient er die Chance herauszufinden, was sportlich wirklich in ihm steckt.

Diese Chance bekommt er bei BIKE AID.

Jetzt steht Karl selbst an der Startlinie

Für den Rest der Saison fährt Karl Hall als Stagiaire im BIKE AID Profiteam und bekommt seine ersten Einsätze im internationalen Profiradsport.

Bereits Ende der Woche geht es nach Frankreich zu La Polynormande. Anschließend wartet mit der bergigen Tour du Limousin direkt die nächste große Aufgabe.

Noch im vergangenen Jahr stand Karl bei solchen Rennen am Teambus und bereitete die Fahrräder unserer Profis vor. Jetzt bekommt er selbst eine Startnummer.

Wie weit dieser Weg führt, weiß heute niemand. Aber genau deshalb bekommt er die Chance.