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In Massawa erneut auf dem Weg zum Glück – Platz 2 für Meron Amanuel

Samstag, Apr 23, 2016 in Pro Cycling

Meron Amanuel und Meron Teshome bescheren Team Stradalli – BIKE AID erneut einen tollen Tag mit den Plätzen 2 und 4 auf der 4. Etappe der Tour of Eritrea.

Bereits beim Massawa Circuit vor einigen Tagen hatten die Fahrer Gelegenheit, sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Nun ging es nach einer Kletterpartie am Vortag erneut zurück in die Hafenstadt mit ihren bezaubernden Gebäuden und Hafenanlagen. Und wieder als Begleiter im Gepäck: die unglaubliche Hitze.

172 Kilometer sollten die Fahrer durch teils Wüstengebiet bis hin an die Küste hinter sich lassen. Und erneut ging es darum, sich den unglaublich vielen Attacken der eritreischen Teams zu widersetzen. Man kann immer nur staunen, welche Motivation und Mut diese Jungs vom roten Meer tagein tagaus aufbringen, um sich zu zeigen und sich den europäischen Teams zu präsentieren.

Klar, es ist der Traum eines jeden Fahrers aus Afrika – und allen voran aus Eritrea – den großen Sprung zu schaffen, sich einen Lebenstraum zu erfüllen: Radprofi in Europa werden.

Jetzt könnte man meinen das sei ja schließlich nichts Besonderes, das wollen die jungen Fahrer hierzulande auch alle. Stimmt, auf den ersten Blick ist das so und der Unterschied scheint trivial zu sein. Doch man muss wie so oft im Leben den Blick hinter die Kulissen wagen, sich fragen wo genau liegt der Unterschied. Und schnell erkennt man: Eritrea zählt zu den ärmsten Ländern der Erde, wenn man das Durchschnittseinkommen von rund 450 USD pro Jahr zu Rate zieht – wie so manche (oder viele) Länder Afrikas. Doch was bedeutet das nun im Hinblick auf die Ausgangsfrage?

Die Verwirklichung des Traumes, für einen Sportler aus Afrika es „nach oben“ – und damit in seinem Bild „nach Europa“ zu schaffen, hat einen viel höheren Wirkungsgrad als für die meisten Sportler aus Deutschland oder Westeuropa. Denn: Oftmals ist genau dieser Weg der einzige für einen Afrikanischen Sportler auf ein höheres Einkommen, das er regelmäßig beziehen kann und damit planbar eine Familie versorgen kann. Ebenso partizipiert nicht nur ein Mensch an diesem Erfolg, sondern gleich mehrere Menschen haben daran teil. Denn mit diesem Einkommen, kann der Sportler dann nicht nur für sich, sondern für sein Umfeld (Familie) eine sichere Lebensgrundlage und Zukunft schaffen.

Aus diesem Grund ist der Antrieb, den afrikanische Sportler an den Tag legen, ungleich höher, als wir uns diesen hier vorstellen vermögen. Und so werfen diese Jungs eben tagtäglich alles in die Waagschale, was ihnen mitgegeben wurde. So auch gestern , als erneut eine Attacke auf die nächste folgen sollte. Aber erneut war das Team aus dem Saarland immer wieder aufmerksam und hielt das Fahrerfeld lange zusammen. Am Ende erreichte eine große Gruppe das Ziel und Meron Amanuel wurde nur um 2 Sekunden von Elyas Afewerki geschlagen. Meron Teshome rundete das Ergebnis mit einem tollen 4. Platz ab und bei der Siegerehrung wurde Meron Amanuel auch noch das Trikot für den Punktbesten übergestreift.

Bisher ist der Auftritt in Eritrea ein gelungener. Wir hoffen auf der letzten Etappe der Tour of Eritrea geht es weiter so!

 

Ergebnis Etappe 4 - Tour of Eritrea