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„Ich will beweisen, was in mir steckt“ - Amanuel Mengis geht in seine zweite Saison als Profi

Donnerstag, Jan 19, 2017 in Pro Cycling

Mit Amanuel Mengis hat das Team BIKE AID einen weiteren Fahrer aus Eritrea neben Meron Teshome für 2017 an Bord. Nach seiner ersten Saison im Saarland ist der junge Mann aus Asmara besonders motiviert.

Bereits in der abgelaufenen Saison 2016 trug Amanuel Mengis (genannt „Emma“) das Trikot des Profiteams aus dem Saarland. Doch erst musste sich der sehr talentierte Kletterer an die Gegebenheiten in Europa gewöhnen und auch Schwierigkeiten mit der Visaerteilung erschwerten ihm sein erstes Profijahr in Europa. Doch für 2017 hat sich „Emma“ hohe Ziele gesetzt, wie er uns in einem kurzen Interview verrät.

 

BIKE AID: Emma, Du hast nun ein Jahr in Europa hinter Dir. Erzähl uns doch mal kurz von Deinen Eindrücken, die Du 2016 gewinnen konntest.

 

Amanuel Mengis: „Oh, da gibt es viele Dinge, die ich im letzten Jahr erlebt habe. Ich bin ja noch sehr jung und war noch nie wirklich lange von zu Hause weg, sodass mein Aufenthalt in Europa – wenngleich auch kürzer als ursprünglich geplant – schon eine Herausforderung für mich war, sportlich aber auch menschlich. Deutschland ist viel anders als meine Heimat Eritrea. Vor allem ist es aber sehr kalt im Frühjahr und als ich da war (ab Ende Januer, Anm. d. Red.) musste ich mich schon sehr an das kalte Klima hier gewöhnen – aber das habe ich noch immer nicht geschafft, ich weiß gar nicht wie Ihr das hinbekommt (lacht)

 

 Du sagst, Dein Aufenthalt war kürzer als geplant. Warum?

 

"Eigentlich war es ja angedacht, dass ich über die ganze Saison in Deutschland bei dem Team bin. Aber dazu hat man mir leider nicht das notwendige Visum erteilt, da sind die Behörden schon immer noch sehr unnachsichtig und können nicht wirklich unterscheiden, wo was Sinn ergibt. Jedenfalls ist es sehr schwer für uns Eritreer so unserem Sport nachzugehen und uns langfristig entwickeln zu können, das finde ich sehr schade, da wir doch sehr benachteiligt sind dadurch und regelrecht gehindert werden"

 

Gibt es dennoch Momente aus 2016 die Dir positiv in Erinnerung sind?

 

 "Ganz viele sogar, sonst wäre ich ja nicht weiter hier (lacht). Im Ernst, es war eine absolute Freude für mich, wie ich im Team aufgenommen wurde. Wie in einer Familie, jeder war für mich da und ich habe mich total wohlgefühlt. Die Rennen waren auch enorm herausfordernd und auf diesem Niveau Rennen bestreiten zu dürfen war eine große Ehre für mich. Doch nun in 2017 möchte ich auch zeigen, dass man mich nicht umsonst ins Team geholt hat"

 

 Was sind denn genau Deine Ziele?

 

 "Nun, ich habe ja in der Vergangenheit auch schon zeigen können, dass ich mit entsprechender Vorbereitung gerade in den Bergen eine starke Performance abliefern kann. Jetzt, wo ich mich auch auf Profiniveau an viele Dinge gewöhnen konnte, möchte ich mein Potenzial nochmal abrufen und mich dahingehend weiterentwickeln. Generell möchte ich meinen Beitrag leisten, dass wir als Team die Erfolge aus 2016 nochmal toppen können und darauf freue ich mich bereits sehr".

 

Vielen Dank „Emma“, wir wünschen Dir alles Gute und eine tolle Saison 2017, bis bald!

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