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Hafetab Weldu aus Äthiopien vor BIKE AID – Debüt

Samstag, Mai 25, 2019 in Pro Cycling

Bei der am morgigen Sonntag beginnenden Tour of Taiyuan (UCI 2.2) in China gibt der erste Fahrer aus Äthiopien im Team von BIKE AID sein Debüt. Er wechselte vor der Saison vom Team Dimension Data an die Saar.
 

Die Förderung von jungen, talentierten Fahrern aus Afrika ist das primäre Ziel und Kern des Teams BIKE AID. Mit diesem nachhaltigen Konzept ist BIKE AID die einzige Mannschaft im Profiradsport, die sich zielgerichtet und vordergründig darum kümmert, dass Sportler vom „schwarzen Kontinent“  wenigstens einigermaßen von „Chancengleichheit“ sprechen können – werden sie doch sonst (nicht zuletzt wegen immer weiter wachsenden politischer Barrieren) von anderen Teams nicht mal wahrgenommen.

So trugen oder tragen Fahrer aus Kenia, Rwanda, Uganda, Tanzania, Togo vor allem aber Eritrea das Trikot von BIKE AID. Nun also erstmals ein Äthiopier. Hafetab ist sein Name und er kommt aus der Region um Mekelle wo nicht wenige Weltklasse Marathonläufer herkommen. Er ist 24 Jahre und hat den Traum, den er mit vielen teilt, die bereits bei BIKE AID waren: World Tour.

Er war auf einem guten Weg dorthin, war im Nachwuchsteam von Dimension Data und konnte auch durch Leistung überzeugen. So ist zum Beispiel sein 5. Platz in der Gesamtwertung der „Bergrundfahrt“ Giro della Valle d’Aosta in Italien zu nennen, wo er mit den weltbesten Nachwuchsfahrern auf Augenhöhe war in den Bergen.

Doch er ist eben Afrikaner und dadurch wird er per se schon uninteressant für World Tour Teams denn eines wird mit ihm sicher schwierig: Visa und Einreiseerlaubnisse zu bekommen, um dann eine vernünftige Saisonplanung vornehmen zu können.

Doch solch ein Talent kann man nicht einfach „links liegen“ lassen. Aus diesem Grund hat sich BIKE AID dazu entschlossen, wenngleich der Kader eigentlich schon keine Plätze mehr vorsah, Hafetab die Möglichkeit zu bieten, sein Können weiter unter Beweis stellen zu dürfen.

Morgen ist es nun so weit. Er steht am Start und teilt sich gerade das Zimmer mit Mekseb Debesay, einem Eritreer. Auch das wäre einen separaten Artikel wert wenn man sich die politische Vergangenheit beider Länder vor Augen führt. Das ist in etwa so als würde ein Nord- und Südkoreaner im selben Team fahren und ein Zimmer teilen. Aber glücklicherweise überwindet  (Rad-)Sport Barrieren, welche auch die Politik in beiden Ländern mehr und mehr hinter sich lässt (siehe auch: "Historischer Friedern sorgt für Aufbruch", Deutschlandfunk)