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Geschichten aus Transylvanien – zurück in die Vergangenheit

Freitag, Jul 15, 2016 in Pro Cycling

Bei der diesjährigen Sibiu Cycling Tour (UCI 2.1) beeindruckte das Team nicht nur mit guten Tagesergebnissen, sondern auch mit einem starken Mannschaftsgeist, der Nikodemus Holler zweimal in die Top 10 beförderte.

Eine unbekannte Welt

Im Herzen von Transylvanien fand erneut die Sibiu Cycling Tour statt und führte die Jungs ein in eine für viele noch recht unbekannte Welt, die oft so anders und in der Zeit stehengeblieben scheint. Hermannstadt, so der deutsche Name der Stadt, der auf eine im Zeit im 12. Jahrhundert zurückgeht, in der deutsche Siedler die Region Siebenbürgen besiedelten.

Sibius - die Anmutige

Die historische Altstadt Sibius wirkt mit ihren barocken Bauwerken sehr anmutig und versetzt die Jungs vom Team Stradalli – BIKE AID jeden Tag aufs Neue ins Staunen. Auch die deutsche Sprache ist noch recht präsent und man merkt den Menschen ihre Herkunft noch an.

Zwei Tage blieben Zeit, um sich ein wenig mit den Einrücken und den Annehmlichkeiten von diesem schönen Flecken Erde vertraut zu machen und es gar zu genießen, bevor dann der harte Teil der Reise beginnen sollte.

Der Kapitän muss auf eine gute Position

Ein Prolog über 2,2 Kilometer eröffnete die Rundfahrt. Man könnte denken, dass dies ja wenig anstrengend sei. Doch wer schon einmal ganze 19 Kurven auf Kopfsteinpflaster versucht hat möglichst schnell hinter sich zu bringen, der weiß ganz genau, dass dies nur dann geht, wenn Risikobereitschaft und auch Geschick einhergehen mit Geschwindigkeit. In Anbetracht der folgenden Tage mit 193, 213 und 150 Kilometern, mit sehr schweren Bergen galt es den Kapitän Nikodemus Holler in einer aussichtsreichen Position zu haben und ja keinen Sturz zu haben. Das gelang mit Platz 20 schon einmal recht vielversprechend und ließ für die kommenden Tage hoffen. Gleich am Tag darauf folgte Platz 10 im Sprint, ebenfalls durch Nikodemus Holler, da der eigentliche Sprinter Patrick Lechner durch Defekte nicht mehr in das Geschehen eingreifen konnte. Die Ausgangslage konnte besser nicht sein für die Königsetappe über 213 Kilometer mit einer Bergankunft von 14 Kilometern.

Erstens kommt es anders - zweitens als man ...

Gerade im Radsport ist das so und so enteilte eine Gruppe am Anfang der Etappe bis auf 11 Minuten, da aus irgendeinem Grund das ganze Feld in einen kollektiven Tiefschlaf verfallen war und die 13 Männer an der Spitze unterschätzte. Ganze 60 Kilometer harte Arbeit mussten unsere Jungs an der Spitze des Feldes verrichten in der Hoffnung den Abstand zu verringern und dass ein weiteres Team mit in die Nachführarbeit einsteigen würde. Doch so recht unterstützen wollte keiner und gut 40 Kilometer vor Ende war der Abstand zwar geschrumpft, doch immer noch bei siebeneinhalb Minuten. Doch dann der Schock: Sturz! Es war Niko! Rad kaputt! Knie kaputt! Was nun? Alles umsonst? All die Arbeit und Mühe?

Der Kapitän hat Knie - und Herz!

Er kam an diesem Tag nicht mehr zurück und beendete die Etappe in der letzten Gruppe mit Schmerzen im Knie. Doch er wollte das so nicht stehen lassen und auch die Arbeit seiner Kumpels nicht so unkommentiert versanden lassen und fasste sich nach einmal Durchschütteln am letzten Tag nochmal ein Herz und wurde hervorragender 7.

So war es dann doch noch ein recht versöhnlicher Abschluss einer sehr schönen und auch guten Woche, die lediglich einen kleinen Schönheitsfehler aufzuweisen hatte. Aber als Team hat die Mannschaft gezeigt, wie sie füreinander einstehen kann.

Ergebnisse Sibiu Cycling Tour 2016 (UCI 2.1)