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Erfolgreich durch das Zweistromland – BIKE AID bei Tour of Mesopotamia

Freitag, Mai 24, 2019 in Pro Cycling

Bei der Tour of Mesopotamia im Osten der Türkei, erlebten die Jungs von BIKE AID Geschichtsunterricht hautnah und waren selber erfolgreich.
 

Das Zweistromland – Euphrat und Trigris und der syrische Bürgerkrieg

Euphrat und Tigris dürfte vielen noch aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff sein. Jenes Zweistromland, das durch die zwei großen Flüsse geprägt wird und wo sich vor tausenden von Jahren eine der ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte entwickelte.In der aktuellen Geschichte ist Mesopotamien leider aber auch immer wieder Inhalt und Thema der täglichen Berichterstattungen, wenn es um die Geschehnisse in Syrien und den damit verbundenen Bürgerkrieg geht.

So ist Aleppo ein zentraler Punkt, der bis Ende 2016 noch heftig umkämpft war und zu weiten Teilen zerstört wurde und mit 124 km nur unweit entfernt vom letzten Etappenort Gaziantep.

Die Anreise – ein Weg entgegen der Vorurteile

Die Reise zur Tour of Mesopotamia begann dieses Mal nicht an diversen Flughäfen in Europa, sondern im Hotel der Tour of Mersin, die das Team zuvor bestritten hat. Nach einem Tag "Urlaub" machten sich die Jungs mit 3 Autos auf den 700km langen Weg nach Mardin, entlang der türkisch - syrische Grenze. Liest man die Hinweise des Auswärtigen Amtes, würde man sicher nie auf die Idee kommen, gerade in diese Region zu reisen und die Erwartungshaltungen sind auf ein Mindestmaß heruntergeschraubt - für den normalen „Touristen“ jedenfalls.


Doch nicht für die Jungs von BIKE AID, die bereits seit Jahren erleben dürfe, dass Medien, Ämter und Nachrichtendienste ein landläufiges Bild über andere Menschen, Kulturen und Länder zeichnen und suggerieren, was oft nicht der Realität und somit der gemeingültigen Vorurteile entspricht.Die Landschaft erinnerte eher an die Toskana als an ein Gebiet, in dem man Krieg, Armut und Zerstörung erwartet hätte.

Ebenso sorgte die Unterkunft in Mardin für Verwunderung bei Fahrern und Betreuern, als es in komplett neue Appartments ging. Es gab eine Geschirrspülmaschine, aber kein Geschirr. Eine Waschmaschine, aber keine Toilette mit Sitz. Trotzdem super!

Die Gegend um Gaziantep und Mardin ist überhaupt nicht touristisch ausgebaut und fernab von Pauschaltourismus und „All-Inlusive“-Anlagen konnten sich alle Beteiligten ein Bild von einer Region machen, die geschichtlich so geprägt ist und dennoch in unserer heutigen Weltanschauung kaum und wenn dann eher negative Schlagzeilen abbekommt.

Das Rennen – erfolgreiche und schöne Nebensache

Der sportliche Teil der Reise ist schnell erzählt. Nach einer erfolgreichen Tour of Mersin, die mit dem Gesamtsieg endete, wollten die Jungs auch diesmal alles versuchen, um am Ende erneut auf dem Treppchen zu stehen.Die erste Etappe sollte dann direkt mit einem Berg beginnen und mit einer Bergankunft nach 180km enden. Unser fliegender Holländer Adne van Engelen trumpfte auf und verpasste den Sieg mit Rang drei nur um wenige Sekunden und sollte dann am Ende auch diesen Platz in der Endabrechnung behalten, als Aaron Grosser auf der letzten Etappe nochmal einen tollen zweiten Rang ersprintet und  Adne somit seinen 3. Gesamtplatz souverän verteidigen konnte.

Am Ende des Tages gab es für alle noch ein echt türkisches Kebab zum Abendbrot und der Heimweg von einer spannenden Reise durch eine spannende Region konnte angetreten werden.