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100. Auflage von „Rund um Köln“ – Achterbahnfahrt durchs Bergische Land

Montag, Jun 13, 2016 in Pro Cycling

Zur Jubiläumsausgabe von „Rund um Köln“ gaben sich gestern viele Weltklasse Teams ein Stelldichein in der Metropole am Rhein. Auch unser Team Stradalli – BIKE AID war wieder mit von der Partie und die Jungs schlugen sich erneut wacker.

Es gehört zu den traditionsreichsten Radrennen in Deutschland und gestern stand die 100. Austragung auf dem Programm. Der deutsche „Klassiker“ rund um die „Domstadt“ Köln wurde erstmals 1908 ausgetragen und findet alljährlich sein Ziel in der Stadt, die unter anderem auch für seinen Karneval bekannt ist. Köln und das Rennen passen einfach perfekt zusammen, denn es gibt wenig andere Städte in Deutschland, in der Radsport eine solche Tradition hat wie am Rhein. Von dem vielbesagten Radtreff an der „Schmitzebud“ bis hin zu vielen Profifahrern und natürlich jede Menge Hobbyfahrern, die es in Köln gibt – Radsport wohin man auch schaut.

So ist es jedes Mal erneut eine Freude hierher zu kommen und sich diesem positiv verrückten Publikum zu präsentieren. Denn nicht nur in Köln ist was los, sondern auch – und vor allem – im Bergischen Land. In den kleineren Gemeinden im Umland Kölns zelebrieren zigtausend Zuschauer das Spektakel und bieten den Fahrern eine Kulisse, die oft die Schmerzen vergessen lässt. So fanden sich auch gestern wieder jede Menge Menschen an den berühmt berüchtigten Anstiegen, wie dem Agathaberg mit 27% ein. Gänsehaut pur, obwohl den Jungs das Laktat bis unter die Augen schoss. Aber das gehört eben dazu und die Schmerzen sind der Preis um eine solch wunderbare Stimmung genießen zu dürfen.

Generell ist ein Stimmungswandel unter den Zuschauern festzustellen. War vor zwei Jahren noch eine gewisse Verhaltenheit zu spüren – wahrscheinlich auf Grunde der Vergangenheit im Profiradsport – so kann man aus der jetzt doch sehr positiven Stimmung der vielen Zuschauer eine Art „Aufbruchstimmung“ und auch einen Wandel ableiten.

Das Rennen an sich war auch packend und spannend, denn alle Akteure gaben Ihr Bestes, um den Zuschauern einen großen Sporttag zu bereiten. Lokalmatador André Greipel vom World Tour Team Lotto – Soudal war sicher der Topfavorit, doch am Ende und nach einer Achterbahnfahrt durch das Bergische Land kam alles ganz anders als erwartet. Ein junger Niederländer vom Team Lotto – Jumbo NL – ebenfalls World Tour – stahl André die Show und siegte ganz knapp im Massensprint. Unsere Jungs setzten alles auf Meron Amanuel aus Eritrea, der der schnellste Sprinter im Team ist.

Viel wurde investiert, er wurde gut beschützt und versorgt, doch es gibt Dinge, die kann man nicht beeinflussen und Radsport ist manchmal eben ganz schön gemein: Plattfuß 30 Kilometer vorm Ziel und der Funk streikte.

In der finalen Phase des Rennens ein absolutes Unding und so war es dann vorbei mit dem schönen Plan. So musste es Nikodemus Holler wieder einmal mehr „rausreißen“ und sprang souverän ein. Schon komisch wenn man sich vorstellt, dass ein ausgewiesener Bergspezialist mit seinen 55 kg plötzlich im Finale neben den bärenstarken Sprintern auftaucht, die gefühlt viermal ein Niko sind. Aber er macht das eben gut und so kam am Ende wieder ein guter 17. Platz inmitten vieler Weltklasseathleten heraus.

Ein toller Tag, mit doch noch gutem Abschluss! Danke Köln, bis nächstes Jahr!

Ergebnis Rund um Köln 2016