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Mitgliederwerbung an der Saar

Mittwoch, Jul 29, 2020 in Community

Die etwas andere Art der Aufnahme von Lukas W. in unseren Verein.

Es gibt ja die unterschiedlichsten Geschichten wie Radler auf uns aufmerksam werden und wie Sie dann zu der Entscheidung kommen sich uns anzuschließen.

Von einem nicht ganz alltäglichen Fall möchte ich Euch heute berichten.

Zuerst eine normale, abendliche Tour

Um den Heimweg ab und zu mal durch eine Grundlagentour zu ergänzen nehme ich desöfteren den kleinen Umweg über den Saarradweg nach Hause in Kauf.

Bei schönem Wetter ist diese Strecke stark befahren und teilweise durch die unterschiedlichen Interessengruppen, die den Weg intensiv nutzen, auch nicht ganz ungefährlich.

An diesem Freitag ist es noch nicht zu heiß und der Betrieb hält sich in Grenzen. So rolle ich gemütlich in gleichmäßigem Tempo Richtung Saarlouis. Von den Feldern der Lisdorfer Aue weht der typische Maggikraut Geruch zu mir rüber als ich in etwa 200m Entfernung etwas Seltsames auf dem Saarradweg erkenne.

Je näher ich komme desto klarer wird mir das da zwei Beine in den Radweg ragen.

Seltsam, da liegt jemand und es hat noch keiner gemerkt. Eine Fahrradpanne kann es nicht sein, denn da ist kein Fahrrad!

Je näher ich komme, desto klarer ist, dass da ein verunglückter Rennradfahrer im Deutschland Trikot halb im Gebüsch hängt und sich gerade wieder aufrichtet als ich ihn erreiche.

Gemeinsam mit einem weiteren netten Radfahrer ziehen wir Ihn aus dem Gebüsch. Er ist benommen, aber doch ansprechbar und ohne viel Zeit zu verlieren verständigen wir den Notarzt.

Der Vorfall

Lukas W. aus Dillingen sitzt benommen da und kann sich an nichts mehr erinnern als an ein Knack wie bei einem Rahmenbruch. Helm und Rad haben ein paar Schrammen... Aber was war passiert und vor allem: Wo war sein Rad?

Beim genaueren Hinsehen finden wir dann den Rahmen mit Hinterrad im dichten Gestrüpp, aber das Vorderrad fehlte. Also weitersuchen. Und tatsächlich da war es. Das Vorderrad ohne Schnellspanner finden wir ein paar Meter weiter in Gebüsch.

Wie kann sowas passieren? Von einem Schaltauge oder einer Speiche hört man als Biker ja des Öfteren. Aber ein gebrochener Schnellspanner?

Da am Rahmen außer ein paar Lackschürfungen nicht zu sehen war kommt eigentlich nur noch die Schnellspannachse in Frage. Die Wartezeit bis zum Notarzt plaudern wir ein wenig wie es sich für Biker gehört und es wird schnell klar, dass Lukas große ambitionierte Ziele hat. Er kommt gerade aus Saargemünd von einer Grundlagentour zurück und hat das klare Ziel Bahnradprofi zu werden. Da es im Saarland leider für diese Sportart keine Trainingsmöglichkeiten gibt fiebert er schon seinen Umzugstermin im nächsten Jahr nach Düsseldorf entgegen. Er trainiert überwiegend allein und ist auf der Suche nach einem Radverein, dem er sich anschließen kann.

Kurze Zeit später nähert sich der Rettungswagen aus Richtung Saarlouis auf dem Saarradweg. Lukas wird nach knapper Erstuntersuchung auf die Pritsche geschnallt und in die Klinik nach Saarlouis gebracht.

Dort stellt sich nach intensiver Untersuchung raus, dass er außer den äußerlich sichtbaren Schürfwunden keine weiteren Schäden durch den Sturz erlitten hat. Sein Rad konnte er mit dem Rettungswagen mitnehmen und nach ein paar Tagen auch wieder trainieren. 

Tolle Ambitionen

Wir bleiben weiter in Kontakt und kurze Zeit später stellt Lukas seinen Antrag auf Mitgliedschaft in unserem Verein.

Klar, dass er auch gleich eine Renn-Lizenz und die erweiterte Tret-Radversicherung, die Ihn bei allen Trainingsfahrten versichert, mit abgeschlossen hat. Wir freuen uns, ein so junges und zielstrebiges Talent in unseren Verein aufzunehmen und drücken Ihm für seine weitere sportliche Zukunft in unserem Verein alle Daumen.

Vielleicht steht er ja bald auf dem Treppchen bei Olympia und denkt an diesen Freitag den 10.07.2020 zurück, als ihn ein Bike-Aid Mitglied an der Saar aus dem Gebüsch gezogen hat.

Dranbleiben Lukas!!!

sportliche Grüße,

Matze Traininschbeggdor