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Heute vor 10 Jahren: Episode I - Die dunkle Seite der Alpencrosser

Freitag, Nov 6, 2015 in Community

Bei Umzug auf unsere neue Website sind so manche Schätze wieder ans Tageslicht gekommen. So auch der Bericht über unseren ersten Nightride. Wohlgemerkt, wir schreiben November 2005 und ein Biker mit einem hellen Licht am Kopf war etwas ziemlich exotisches. Um so mehr weil einer von uns mit einer Gardena Gatendusche auf dem Helm angetreten ist ...
Ja, es war dunkel, um nicht zu sagen kohlrabenpechschwarze Nacht. Aber es war weder naß oder kalt und schon gar nicht langweilig!
 
Den ganzen Tag über hatte es immer wieder mal geschauert und zumindest in Saarbrücken sah es auch am Nachmittag noch nach Regen aus. Schlechte Bedingungen für den ersten Nightride. da es aber nur schlechte Ausrüstung und kein schlechtes Wetter gibt, war klar, daß alles wie geplant stattfindet.

18.30 - Pille ist der erste, der mit Doppelstrahlern und warmen Klamotten in den Hof rollt, sonst ist niemand zu sehen. Sind wir wirklich die Einzigen? Nicht ganz - Francesco biegt gleichermassen erhellt um die Ecke - und kurz darauf denken wir daß wir am Bahnsteig stehen. Alex mit Helmlampe und Doppelstrahler am Lenker sieht aus wie eine Lok!

Unglaublich was der Kerl sich da wieder gebastelt hat: Man nehme eine Gardena Gartenbrause, einen 35W-Halogenspot aus der Wohnzimmerbeleuchtung und einen Akku von Conrad. Fertig ist der Hochleistungs-Helm-Strahler.

Wir sind also zu viert und 15 Minuten über der Zeit. Los gehts. Wir wählen eine bekannte Strecke am Oberlimbo auf der wir jede Wurzel kennen. Das ist auch gut so, denn Abzweigungen und Unebenheiten sind viel schwerer zu erkennen.

Licht ist ausreichend vorhanden. Wir erkennen sogar kleine, bewegliche, organische Hindernisse die uns den Weg versperren. In diesem Fall ein Frosch - vermutlich im Photonen-Schock.

An der Nied entlang gehts über Wackenmühle zum Modellflugplatz. Als wir am Königsberg in den Wald einbiegen ist es wirklich zappenduster - kein Mondlicht mehr nur Nebel, Nebel, Nebel. Wie in einem Tunnel in der Milchstraße rauschen wir durch den Siersburger Forst und vergessen Zeit und Raum.

Alex mit der rot leuchtenden Gartendusche auf dem Kopf zeigt uns immer sicher seine Position auf den Trails an.

Francesco holt uns in die Gegenwart zurück indem er einen Platten meldet. Glücklicherweise in der Nähe von Itzbach. Reparatur? Wäre kein Problem, Licht genug ist vorhanden. Trotzdem ist ein Bier verlockender. Wir verabreden uns also für ein After-Night-Bier im Itzbacher Wirthaus und hängen zu dritt noch ein paar Meter dran.

Nach 2,5 Stunden, 37 Kilometern und 600 Höhenmetern ist das Abenteuer beendet - für diese Woche ;-)


See you in the dark...

Scotty