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Finale in Finale

Samstag, Okt 15, 2016 in Community

Unser Enduro-Racer Luca berichtet über die Enduro World Series #8 in Finale Ligure. Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Blätter fallen und der Herbst hat offiziell begonnen. Während es Zuhause regnete und die Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt waren, machte ich mich auf in den Süden zum 8. und letzten Enduro World Series Rennen in dieser Saison.

Finale Ligure ist wohl den meisten als Zufluchtsort bekannt, wenn Zuhause das Wetter zum Biken nicht mehr mitspielt. Mittwochs angekommen , habe ich mich dann mit Propain Rider Phillip Walder getroffen und auf zum Strand gemacht. Startnummern gab es ab 19 Uhr, danach  noch ein Gelato und ein bis zwei Bier.

Training Donnerstag und Freitag

Donnerstag war der erste Trainingstag um  Stage 1-3 zu trainieren. Wir, eine deutsche Truppe bestehend aus Moritz Ströer, Philipp Gerken, Simon Heinzemann und mir, shuttelten selbst mit meinem, oder mit dem von Moritz gemieteten Transporter. Stage eins machte ein wenig Angst, eine reine Downhillstage in steilem Gelände mit losem staubigen Boden, ohne eine Gelegenheit die Armmuskulatur ein wenig zu entspannen. Stage zwei war ein klein bisschen flacher und enger aber ähnlich wie Stage 1. Die letzte Stage für den ersten Trainingstag war genau nach meinem Geschmack, enge Kurven aus denen man viel Schwung mitnehmen kann und zwischendurch mal ein bisschen treten musste.
Freitags sollte es dann ein wenig tretlastiger bei den letzten vier Stages werden. Um dem Trubel auf den Stages zu entgehen, fingen wir auf den nah beinander liegenden Stages 6 und 7 an zu Shutteln. Stage 6 begann bei einem herrlichen Meerblick und schlängelte sich an einem Bachbett mit vielen Tretpassagen über freie Wiesenflächen ins Ziel. Die letzte Stage sollte wohl jedem, der schon einmal in Finale Ligure war, ein Begriff sein. Sie trägt den würdigen Namen „Downhill of Man“: Loser Schotterboden und viele Steine stellten einen schmalen Grat zwischen zu schnell fahren und abfliegen dar. Den ständigen Meerblick kann man dabei leider nicht mehr genießen. Danach Shuttelte uns Reimund, ein Kollege von Philipp, zur Nato Base zu Stage 4 und  Stage 5. Stage vier war eine relativ flache Stage mit vielen offenen Highspeed Kurven, bei denen man sich voll und ganz auf seine Reifen verlassen musste. Stage 5 startete kurz darauf auf einem erhöhten Fels, weswegen man direkt am Anfang steil und technisch über Felskanten fahren musste, bevor ein kurzer steiler Anstieg kam, gefolgt von Anliegerkurven bis hinab ins Ziel. Direkt nach dem Training fuhren wir noch schnell ans Meer, um die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. 

Renntag 1 SamstagSonnenschein und 25°C 

Für uns ging es an der Strandpromenade vorbei direkt zum Start. Das ist nicht bei jedem Rennen so schön ;). 
Nach dem Start mussten alle Fahrer über 2 Stunden und 25km bergauf treten, ein deutsches Rennen wäre hier schon längst zuende, dabei fängt hier in Italien der Spaß erst an. Die erste Stage lief flüssig und meine Unterarme hielten erstaunlich gut durch. Meine Platzierung in der Stage ließ allerdings noch zu wünschen übrig. Bei den folgendenden zwei Stages lief es immer besser. Am Ende des Tages der 115. Platz. Noch ausbaufähig, aber dennoch sehr zufrieden. 

Racetag 2 Sonntag

Der zweite Renntag ging ähnlich wie der Erste los, jedoch war die Fahrt zu den Stages noch ein wenig länger und höher. Irgendwann dachte ich, dass ich nie an Stage 4 und der langersehnten Verpflegungsstation ankommen werde. Die erste Stage des Tages lief schon sehr gut und ich konnte direkt in die Top 100 fahren. Am Start von Stage 5 streikte mein Körper etwas vor Erschöpfung und ich sah alles ein bisschen verschwommen, nach dem ersten Steilstück war aber alles wieder okay und ich konnte einen soliden Run ins Ziel fahren. Stage 6 lief, obwohl es viel zum treten gab, sehr gut. Mit letzten Kräften schleppten sich Phillip Walder und ich zum Start vom Downhill of Men. Eine hammer Stimmung auf dieser Stage machte das ganze einzigartig und ließ mich sicher ins Ziel fahren. Alle 4 Stages des heutigen Tages in den Top 100 und auf Stage 6 sogar 77ter.

Fazit

An jedem Renntag über 50km und fast 2000 Höhenmeter waren zwar teilweise eine Qual, aber die verdammt guten Trails und Wertungsprüfungen machten das wieder gut. 
Mit dem 94. Platz und das auch noch vor Steve Peat  bin ich mega zufrieden.
Freue mich jetzt auf die Offseason um dann hoffentlich im nächsten Frühjahr auch bei der Ews wieder angreifen zu können.