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Einmal quer durch Graubünden

Samstag, Mär 30, 2013 in Community

Als kleinen Vorgescmack auf die kommende Tourensaison, hier ein Bericht von Gerd, der im August 2012 in 6 Etappen um den Schweizer Bergkanton Graubünden geradelt ist. 
Auch in dieser Saison wird BIKE AID wieder Veranstaltungen und Touren in dieser Region anbieten.
Während dieser sechs unvergesslichenTage kamen wir an bekannten aber auch neuen Bikemonumenten' vorbei.
 
Hier nur einige Stichworte: Polenweg, Domleschg, alter Schyn, Oberhalbstein, Septimerpass, Oberengadin, Berainapass, Val da Camp, Pass da Val Viola, Passo di Val Treia, Livigno, Passo Alpisella, Val Mora, Val Müstair, Passo da Costainas, Val S-charl, Kesch-Hütte, Albulatal, Furcletta, Welschtobel, Ochsenalp und anderes mehr.
 
Bei der Streckenwahl haben unsere Scouts und lokalen Informanten vor allem aussichtsreiche und attraktive Trails, unbekannte Pässe und Übergänge sowie viele schöne Wanderwege und Forststraßen gesucht und auch gefunden.
 
Der erste Tag führte uns von CHUR der Hauptstadt des Kanton Graubünden nach SAVOGNIN.
 
Kurz nach Domat-Ems, bei ca. km 8.5, begann die erste kleinere Steigung des Tages hinauf zum sogenannten „Polenweg", einem Verbindungsweg ins Domleschg. Kurz danach begann dann aber der Ernst des Lebens mit der ruppigen Steigung hinauf nach Tomils. Vorbei am Canova-Seelein fuhren wir bis Scharans. In Scharans dann der lange und „heftige" Anstieg hinauf zur Maiensäss-Siedlung Terziel hoch über dem Albulatal, vorbei an Soljs, Stierva mit tollen Aussichten in Richtung Lenzerheide und Oberhalbstein. Das „Finale" dieser ersten Etappe bescherte uns neben rasanten Abfahrten auch nochmals einige tolle Trails und endete unmittelbar beim Ziel dem Hotel CUBE in SAVOGNIN.
 
 
Der zweite Tag von SAVOGNIN nach PONTRESINA.
 
Die ersten Kilometer folgten wir dem Ufer der Julia, Bereits ab Tinzen stand die erste, allerdings noch sehr moderate Steigung hinauf nach Rona an, hier überquerten wir die Julier-Passstrasse. Kurz nach der Marmorera-Galerie zweigten wir links ab und erreichten bald Bivio, die „Perle am Julier" wie es in der Werbung so schön heißt. Unmittelbar nach Bivio begann dann der Anstieg zum Sepetimer-Pass. Die Höhendifferenz von Bivio hinauf zum Septimer-Pass beträgt ca 540 m. Die Abfahrt vom Septimer-Pass hinunter ins Bergeil ist im ersten Teil technisch sehr anspruchsvoll. Ab der Alp Maroz-Dora war der Weg dann wieder besser. Kurz oberhalb der Ortschaft Casaccio bogen wir in die Maloja-Passstrasse ein, fuhren in Richtung Silsersee, durch den berühmten Stazer-Wald an unser nächstes Etappenziel dem SPORTHOTEL in PONTRESINA.
 
 
Der dritte Tag von PONTRESINA nach LIVIGNO.
 
Gleich zu Beginn dieser langen Etappe stand der Berninapass auf dem Programm. Erst begann der lange Aufstieg durch das Val-da-Camp hinauf zum Pass-da-Val-Viola. Ab jetzt wurde es richtig anstrengend. Auf einem teils steilen und sehr technischen Trail ging es nämlich weiter in Richtung Violasee. Dann der Aufstieg zum Berniner-Pass auf 2485 m. Eine sehr lange Abfahrt führte uns hinunter zum Weiler Arnoga. Dann wieder hinauf zu den Stauseen Lagi-di-Cancano und Lago-di-San- Giacomo.
 
Für den letzten Pass des Tages, den Passo-di-Val-Trela, waren es aber immer noch 350 Höhenmeter. In der Abfahrt warteten fast endlose Trails vom Feinsten auf uns. Ein perfektes Dessert für diese lange aber sicherlich auch sehr eindrückliche Etappe zum HOTEL PARE in LIVIGNO.
 
 
Der vierte Tag von LIVIGNO über den Alpisellapass, durch das legendäre Val Mora und das malerische Val Müstair nach SCUOL.
 
Die Etappe war zwar immerhin etwa 72 km lang, sie weißt aber nur "1560" Höhen- Meter auf. Kurz nach dem Start in Livigno folgten wir für ein paar Kilometer dem großen Stausee. Dann ging es auf einem ziemlich knackigen Aufstieg hinauf zum Alpiselle-Pass. Die Abfahrt hinunter zum Punkt Passi-di Fraele war bereits ein erster Höhepunkt. Ein langer, wunderbarer Singletrail wartete schon auf uns.
 
Was dann folgte muss ich an dieser Stelle nicht lange Beschreiben. „Val Mora" ist der Inbegriff für ganz coole Trails in einer einmaligen Landschaft. Dann eine langen Abfahrt vom Punkt Döss-Radond hinunter ins Val-Müstair. Anschließend der Aufstieg via Lü hinauf zum Passo-da-Costainas, dem Übergang vom Val-Müstair ins Val-S-charl. Erwartete uns nun eine über 20 km lange Abfahrt bis ins Etappenziel zu dem HOTEL-FELLI in SCUOL.
 
 
Der fünfte Tag von SCUOL im Unterengadin hinauf zur Kesch-Hütte, dann durch das malerische Val-Tuors zum Etappenziel BERGÜN im Albulatal.
 
Nach einem happigen ersten Aufstieg unmittelbar nach dem Start in Scuol hinauf nach Ftan, genossen wir die Aussicht auf das Unterengadin. Wir passieren die „Schellenursli-Dörfer" Ardez und Guarda und überquerten in Lavin den Inn. Vorbei an Susch erreichten wir bald das „Tor zum National-park" in Zernez. Kurz vor S-chanf begann der lange Aufstieg durch das Val-Susauna. Die ersten Kilometer nach dem Weiler stiegen noch ganz moderat an, dann wurde es aber sehr sehr steil. Die brutale letzte Rampe kurz vor der Alp Funtauna war wieder einmal schieben angesagt. Nach der Alp wurde der Trail dann sehr technisch, er war aber dafür nicht mehr so steil. Und schon bald sahen wir die Kesch-Hütte vor uns.
 
Nach dem mehr als verdienten Halt in in der Hütte mit dem eindrücklichen Panorama des Piz-Kesch und dem Blick auf den Piz-Ela machten wir uns bereit für die Abfahrt, um dann über Chants durch das reizvolle Val Tuors in Richtung Etappenziel dem KURHAUS in BERGÜN.
 
Der Übergang bei der Kesch-Hütte vom Engadin ins Albulatal war mit 2625 m der höchste Punkt unserer Tour. Gleichzeitig war das aber auch die Wasserscheide zwischen dem schwarzen Meer (Inn, Donau) und der Nordsee (Albula, Rhein)...
 
 
Und dann der letzte Tag. Er führte uns von BERGÜN im Albulatal über den Furcletta-Pass nach Arosa um dann über die Ochsenalp weiter bis zu unserem Ausgangspunkt nach CHUR zu kommen.
 
Unsere Guides und Streckenscouts haben für uns einen tollen Weg durch die Schlucht des „Bergüner-Stein" hinunter nach Bellaluna und weiter nach Filisur gefunden. Kurz unterhalb Filisur begann der wohl längste Anstieg der ganzen Tour. Wir „kletterten" nämlich nun quasi in einem Zug von 957 müM bis hinauf auf 2574 müM zum Furcletta-Pass. Das sind netto genau 1617 Meter Steigung !! Auf einem kleinen Trail erreichten wir zuerst Alvaneu-Dorf. Dort begann der Aufstieg zum Maiensäss Aclas- Dafora. Weiter bis zur Alp da la Creusch auf immerhin schon fast 2300 m. Auf dem Furcletta Pass (2574 m) angekommen, musste ich erst mal nach Luft ringen, aber vor allem auch das unglaubliche Panorama geniessen.
 
Und nun folgte das absolute Highlight dieser Etappe: eine endlos lange Abfahrt über fast 1000 Höhenmeter auf einem absolut coolen Trail von mehr als 8 km Länge nach Arosa. Weiter ging es dann hinauf zur Ochsenalp. Es folgte eine lange Panorama-Passage hoch über dem Schanfigg. Nach der ziemlich wilden Abfahrt von der Ochsenalp in Richtung Tschiertschen folgte eine letzte kleine Gegensteigung und zum Dessert eine tolle Abfahrt auf versteckten Trails hinunter nach Chur, dem Anfang und auch Ende unserer erlebnisreichen aber auch sehr anstrengenden GRAUBÜNDEN-TOUR.
 
 
es grüsst euch alle!
 
Gerd