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BERICHT: Donon - Tempel der Biker.

Samstag, Jul 1, 2006 in Community Der Donon hat gerufen - und wir sind zahlreich gekommen. Tom, Tommy, Franz, Fritze, Pille, Killer-M., Salamander & Scotty.

Eine Bike-Tour vom Feinsten und dank Killer-M. konnten wir sogar früher als geplant starten ;-)

Wir rollen gutgelaunt in den Autos nach Abreschviller - diesmal gänzlich ohne Punkte - allerdings immer wieder mal bange Blicke nach oben. Die Bewölkung verdicht sich über den Vogesen zu bedrohlich dunklen Wolkenbergen.

Wir versenken unseren Flens-Kasten am Startplatz in der Saar, die dort gerade mal einen Meter breit und bierkastentief ist.

Über breite Forstwege kommen wir zusammen mit einem Regenschauer auf dem felsigen Gipfelplateau an. Grandiose Ausblicke in die Wolken- und Gebirgswelt der Vogesen sind die Belohung für den Anstieg.

Wenn es irgendwo den "Biker's Temple" gibt, dann steht er hier, auf 1.009 m Höhe, wo noch vor 1700 Jahren keltische Druiden ihre Rituale zelebrierten.

Heute bietet uns der Tempel Schutz vor dem immer stärker werdenden Regen und vielleicht auch etwas mentale Kraft für die unglaublichen Singletrails die uns bald auf der Abfahrt erwarten. Es regnet stärker und wird immer kälter. Wir brechen auf und heizen ab.

Die Abfahrt über farnige, felsige und ziemlich glitschige Singletrails erinnert stellenweise mehr an eine Kajak-Wildwasser-Tour denn an eine Bike-Tour. Weder auf dem Anstieg noch auf der Abfahrt begegnet uns ein menschliches Wesen. Kaum zu glauben, daß man kaum eine Autostunde von zuhause solch urwüchsige, wilde Landschaften finden kann. Wichtig und richtig, daß man die Vogesen zum Naturpark erklärt hat!

Im strömendem Regen fahren wir, vorwiegend über Single-Trails, durch ständig wechselnde üppige Vegationen und Sumpfgebiete. An einigen Stellen sind die Narben des Orkans aus dem Jahr 2000 noch zu sehen, der in diesem Teil der Vogesen seine größte Zerstörung entfaltete. Stellenweise steht hier kein einziger Baum mehr.
Normalerweise ist unsere Singletrail-Route, der GR5, eher schwer zu verfolgen. Heute nicht, es ist alles ganz einfach:

Einfach immer im Bachlauf fahren, denn: der Bach ist der Weg.


Je weiter wir ins Tal sinken - umso trockener und wärmer wird es. Am Startplatz wieder angekommen ist alles pulvertrocken und unser Flens-Kasten steht unversehrt und gut gekühlt in der wilden Saar. Wir sehen auch ziemlich wild und naß aus! Da hilft nur ein Bad.

Wie sollte es anders sein: Just in dem Moment als wir nackt der Saar entsteigen rollt der dampfbetriebene historische "Train forestière" aus Abreschviller, voll besetzt mit freundlich winkenden Touristen, an uns vorbei. Denen hat's gefallen und uns auch. Der Donon hat uns wieder einmal nicht enttäuscht.

Prost, oder besser: Santé auf einen gelungenen Bike-Tag!

es grüßt Scotty!

PS:
Danke, Tommy für die tollen Fotos!
Sorry, Tom für die Kampflinie die ich bergauf gefahren bin ;-)