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Kinder in Nepal

Samstag, Apr 30, 2016 in Charity

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde Nepal von einem schweren Erdbeben heimgesucht. BIKE AID hat sich an den Spendenaktionen beteiligt und Dank eurer Hilfe konnten wir etwas helfen. Unser Mitglied Norbert Martini hat das Land im Jahr 2014 mit dem Bike bereist und engagiert sich seither immer wieder für nepalesische Kinder. Lest seinen Bericht mit grossartigen Bildern.

Ein Jahr ist es jetzt her, dass zwei Erdbeben ein wunderbares Land heimgesucht hatten und dabei vielen Tausenden das Leben und Hunderttausenden die Wohnung genommen haben: Nepal. Im Himalaya gelegen, zwischen Indien und China ist es eines der ärmsten Länder der Welt und trotzdem eines der reichsten: die höchsten Berge der Welt,  atemberaubende Schluchten, faszinierende Kulturen, freundliche Menschen...

Im Herbst 2014 konnten wir (Lukas, Jörg, Norbert) das Land mit dem MTB bereisen und viele Eindrücke und Erinnerungen mitbringen. Ganz besonders erinnern wir uns an die Kinder in Nepal. Ihnen galt dann auch unsere Fürsorge nach den Erdbeben. Unter Einsatz der mitgebrachten Fotos und Filme konnten wir durch einige Veranstaltungen Geld für Kinderhilfsprojekte sammeln...

Aber jetzt zu den Kindern in Nepal.
Kinder sind immer ein Erlebnis, sei es bei uns zuhause, im Guten wie im Schlechten, so natürlich auch in Nepal. Wir sind vielen unterwegs begegnet, konnten mit ihnen ein bisschen kommunizieren, sie fotografieren. Sie gehören zum Alltag in Nepal einfach dazu. Es gibt auch genügend davon. Die Geburtenrate: 21,85 Geburten/1.000 Einwohner, Deutschland: 8,33 Geburten/1.000 Einwohner...

Wir haben die Kinder in sehr unterschiedlichen Situationen erlebt. 
Eine typische Szene: Wir kommen auf einem breiten Weg außerhalb eines Dorfes angeradelt. Fünf Schulkinder sind unterwegs. Als sie uns sehen, "errichten sie eine Straßensperre": Sie nehmen sich an der Hand und bilden eine Kette, die sich über die Breite des Weges zieht. Erst als wir "bedrohlich" nahe heran sind, springen sie auf die Seite. Stopp-Rufe. Dann wollen sie mit uns reden. Sie haben doch Englisch in der Schule gelernt: Where do you come from? Which country? Und sie erwarten, etwas geschenkt zu bekommen.

Kleinere Kinder fragen oft nach Schokolade oder Süßigkeiten. Alle grüßen zumindest immer freundlich mit „Namaste“ oder auch „Hello“.
Und, was sie besonders gern tun: auf´s Bike klettern und sich ein paar Meter schieben lassen. Manchmal waren es regelrechte Überfälle: Wenn wir unsere Räder den Berg hoch schieben mussten, kam plötzlich eine Horde Kinder irgendwoher gestürzt und hat uns bedrängt. Sie wollten auf die Räder – was sie natürlich durften. Wenn sie gar nicht mehr von uns lassen wollten, hat unser Guide Tensing sie in die Schranken gewiesen. Die größeren wollten auch gern selber auf den Bikes fahren. Ruckzuck hatten sie die Sattelstütze herunter geschoben und waren schon unterwegs. Nie gab es Probleme, sei es, dass sie damit abhauten oder sie nicht rechtzeitig hergeben wollten...

Wir haben Kinder gesehen, die sehr sauber und adrett gekleidet waren, besonders in ihren Schuluniformen sehen sie schmuck aus, Jungs und auch Mädchen meist mit Krawatte. Oft haben die Kleineren aber auch vor Dreck gestarrt: schmuddelige Jacken, schwarze Fingernägel. Und auffallend viele trugen Piercings: in der Nase, goldenen Ringe in den Ohren. Die kleinen Mädchen waren manchmal geschminkt oder hatten lackierte Fingernägel. So weit reicht also der „gute“ Einfluss des Westens und das Diktat der Mode...

In unseren Rucksäcken hatten wir  für die Kinder ein kleines Sortiment an Geschenken dabei, die wir für sinnvoll hielten. Manchmal hat man gesehen, dass Touristen den Kindern tatsächlich Süßigkeiten zusteckten, was in Anbetracht der schlechten medizinischen Versorgung nicht gerade weitblickend ist. Wir hatten dabei: Stifte, kleine Schreibblocks, Luftballons, kleine Bälle. Besonders mit Luftballons und Bällen hatten alle viel Spaß, die Jungen und die Alten.
 In Charme zum Beispiel: den Luftballon aufblasen, der jüngsten Tochter des Herbergsvaters hinhalten und wenn sie zugreifen will: loslassen... Auch die Bälle haben für Spaß und Bewegung gesorgt. 
Es war ein Geben und Nehmen. So hatten wir kein schlechtes Gewissen, wenn wir die Kinder dann fotografiert haben. Manchmal haben wir die Fotos zusammen angeschaut.... Oder einmal hat ein Junge am Wegrand bei Jörg einen Ball gegen eine Limone eingetauscht...


Inzwischen sind in Nepal wieder viele Schulen dank westlicher Hilfe neu aufgebaut, aber vieles liegt, besonders in entlegenen Gegenden noch im Argen. Wer noch helfen will, kann dies immer noch tun.  

Konkrete Projekte  und mehr Infos auf www.nmbiking.de

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