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Bewegung für Luca, Tag 192 - Ciao Langensteinbach, Grüß Gott Murnau

Montag, Dez 25, 2017 in Charity, 13006 x angesehen

Abschied vom SRH-Klinikum Langensteinbach

Nach langen Verhandlungen bekam ich am vergangenen Montag kurzfristig Bescheid, dass schon am Mittwoch die Verlegung in die BG Unfallklinik nach Murnau am Staffelsee stattfinden soll. Hierfür meinen herzlichen Dank an alle Beteiligten die das letztendlich ermöglicht haben. 

Verlegung mit Hindernissen

Es blieb mir nun nicht mehr viel Zeit, mich von Ärzten, Pflegepersonal, Therapeuten sowie vom Sozialdienst zu verabschieden.

Von daher sollte es kurz und schmerzlos werden, was keineswegs der Fall war, denn es war doch ein halbes Jahr in der Klinik in der ich viele nette, hilfsbereite und liebenswerte Menschen kennen gelernt habe. 

Darauf eingestellt, dass es am Mittwochmorgen nach Murnau geht, kam dann schnell die erste Enttäuschung. Nach erfolgtem Wechsel vom Stationsbett auf die Transportliege wurde festgestellt, dass der Fahrer sich nicht verständigen konnte, keine qualifizierte Begleitperson dabei hatte und auch keine Fachkräfte zur Verfügung stellen konnte. Nun ging es wieder zurück in mein Krankenbett. Am nächsten Tag wurde dann ein anderer Krankentransport organisiert mit dem der 4-stündige Transport reibungslos geklappt hat.

Ankunft im BG Unfallklinikum Murnau am Staffelsee

Gut in Murnau angekommen traf ich gleich im Aufzug zur Station meinen Vater, der mich schon erwartet hatte. Ich wurde nett auf der Station für Rückenmarkverletzte aufgenommen. Gleich nach dem ich in meinem Bett gelagert wurde, ging es mit Untersuchungen und Kontrolle auf Druckstellen los. Die Fahrt hatte ich ohne Druckstellen gut überstanden. Nun geht es darum, sich erst einmal einzugewöhnen und alles kennen zu lernen.

Was mich seit 14 Tagen plagt ist wieder eine anhaltende Blasenentzündung mit einhergehendem Fieber. Seit dem ich in Murnau bin ist meine Spastik (unkontrollierte Bewegungen der verschiedenen Körperteile) so extrem, dass eine Verletzungsgefahr für mich und andere sehr groß ist. Offensichtlich spielt das Bergklima (Föhn) in der Region eine große Rolle. Das berichten jedenfalls viele Patienten und Pfleger. Die Spastik wird nun medikamentös behandelt. Denn einen Rollstuhl zu steuern ist mit starker Spastik sehr gefährlich. 
Heute bekam ich meine maßgefertigten Handschienen, mit denen Kontrakturen im Handgelenk (Gelenkversteifungen) vorgebeugt werden sollen.  

Die Maus im Mund lässt Träume wahr werden

Seit vorgestern bekam ich eine Mundmaus (Joystick der durch bewegen mit dem Mund sowie durch Ziehen und Blasen die Handmaus ersetzt) zur Bedienung meines eigenen Tabletts und Handys. Seit dem kann ich ohne Hilfe eigenständig Telefonate führen und ins Internet gehen. Das ist schon ein genialer Fortschritt. Eine weitere Umfeldsteuerung wird in den kommenden Wochen getestet und auf meine Bedürfnisse angepasst.


Bloß koan Stress ned….
Erholsame Feierdog und an guadn Rutsch.

Servus aus Oberbayern

Luca
 

PS: Woran erkennt man einen Tetraplegiker? Man findet ihn immer dort, wo man ihn abgestellt hat