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3. BIKE DAY Breitfurt

Sonntag, Mai 29, 2016 in Charity

Unser dritter BIKE DAY machte in Breitfurt Station. Direkt an einer Fahrradwerkstatt und ebenso direkt vor der Haustür einiger syrischer Flüchtlinge.

Bislang hatten wir vorrangig Kontakt mit Flüchtlingen aus Eritrea, denen zumindest der Radsport aus ihrer Heimat sehr bekannt ist. Syrien und MTB? Sicher eine nicht ganz alltägliche Kombination.

Zugegeben, es war etwas Skepsis dabei. Können sich die Jungs etwas unter einer MTB Tour vorstellen? Sind sie halbwegs sicher auf dem Rad? Wird es ihnen überhaupt Freude bereiten? Der BIKE AID Bus rollt auf den Hof, die Räder werden ausgeladen und kurzerhand später stellen wir erstmals fest: Es sind mehr Teilnehmer als Räder da. Noch sieht man aber eher fragende Gesichter und spätestens beim Austeilen der Helme regelt sich die Teilnehmerzahl von alleine. So ein Ding auf dem Kopf findet der ein oder andere gewöhnungsbedürftig.

Abfahrt mit großer Gruppe über einen flachen Radweg, über eine gesperrte Fußgängerbrücke (zum Glück hält sie uns aus) und dann ein erster Berg. Für einige eventuell der erste Berg überhaupt mit einem Fahrrad; es ist schwül, die Luft wimmelt von Stechmücken, einige schieben lieber keuchend und einer meint, das käme von den Zigaretten. Kippt die Stimmung? Lieber einfach direkt zurück radeln?

Ein paar Meter weiter steht die nächste Probe an: Der Weg endet, das Garmin zeigt 200m weiter oberhalb den eigentlichen Weg an. Wir schieben die Räder mitten durch Brenneselgestrüpp, nach den Stechmücken der nächste Beitrag zum körperlichen wohlbefinden. Wir fragen die Jungs, ob sie weiter wollen, es kommt ein deutliches „no problem“. Ziel ist der Rubenheimer Weiher, nicht mehr weit.

Dort angekommen legen wir die Räder hin, die wenigen Trinkflaschen werden unter allen geteilt, der Durst ist groß. Wir fragen, wer Lust hat etwas Geschicklichkeitstraining zu machen. Was soll das sein? Es dauert etwas, wir machen ein paar Übungen vor, die ersten trauen sich. Jetzt kommt die überraschendste Entwicklung des Tages. Es dauert noch wenige Minuten, dann ist die ganze Gruppe wild entfesselt dabei alles mit dem Rad auszuprobieren, was man sich vorstellen kann. Einfache Übungen bis zu gewagten Stunts, die Jungs sind nicht mehr zu bremsen. Man kommt sich vor, wie bei einem Mountainbike Kurs für Fortgeschrittene mit übermotivierten Teilnehmern.

Immer wieder wird auf den noch anstehenden Heimweg hingewiesen, aber sie wollen weiter machen. Rückwärts radfahren, freihändig balancieren, immer höhere Stufen runter und rauf, Salto über den Lenker in die Wiese und was noch alles. Als wir endlich auf dem Rückweg sind, steht eines fest: Die Teilnehmer hatten wirklich Spaß, haben etwas neues, bisher völlig Unbekanntes entdeckt und wir sollten dies unbedingt wiederholen. Denn in kürzester Zeit hätten wir hier mitten im Bliesgau vielleicht die erste syrische Mountainbike Community deutschlands beisammen.

Ein Dank an Astrid, die eine Gruppe Syrer aus Gersheim nach Breitfurt begleitete und an Josef, der nun schon zum dritten mal unsere Aktion unterstützt hat.