Image

Schlaflos im Sattel 2009: Infiziert

Mittwoch, Aug 12, 2009 in Community

und angefixt waren sehr viele Biker aufgrund unserer Berichterstattung des letzten Jahres und so standen am ersten Augustwochenende 18 Fahrerinnen und Fahrer unseres Teams unter den insgesamt 470 Teilnehmern bei Schalflos im Sattel am Start.
Das man bei Schlaflos im Sattel nicht mehr von einem reinen Mountainbikerennen sprechen kann war uns spätestens seit letztem Jahr bewusst und vor das eigentliche Rennen hatte die Veranstaltungsmannschaft um Phaty, Keili und Hermann zunächst eine Menge verrückter Aktionen angesetzt die so manchem von uns nicht nur eine schlaflose Nacht bescheert haben.

Los ging es bereits am Donnerstag mit dem Kommando Pfifferling im Birkenhof. Aus aller Welt bereits Angereiste und das Orgateam treffen sich hier um sich mit den Besonderheiten der Weidenthaler Küche, warmtrinken inclusive, vertraut zu machen. Insider behaupten es gab was mit pfiffigen Pfifferlingen.

Der Vorabend des Rennens gehört dann traditionell der Hardrockband Schlammbein aus Gießen, die mit Ihrem Welthit "Mann ohne Gang" auf Wordltour wie jedes Jahr einen einzigen Auftritt bei SIS bestreitet.

Auf weitere Details des Konzertauftritts können wir getrost verzichten da der eigentliche Höhepunkt des Abends der ungeplante und tränenreiche Auftritt des stimmgewaltigen Veranstalters als Schlagerfuzzi mit dem hitverdächtigen Song  Bella, Bella, Isar-Bella  war. Wie sich das für ein ordentliches Grupie gehört fiel ihm die Angesungene auch gleich danach schluchzend ins feuchte Hemd.

Die aufgeheizte Stimmung steigerte sich danach zum ultimativen Biketossing. Seltsame Zeremonien laufen hier ab, die nur von eingefleischten SIS-lern verstanden werden. Ein in die Jahre gekommenes gün-gelbes CD wurde an der Barriere zertrümmert, dann sooft durch die Luft geschleudert und plattgewalzt bis alle Einzelteile abfielen um dann im vorgeheizten Höllenfeuer verkokelt zu werden. Der Bikertanz um das brennende Aluminium hat dann irgendwas zwischen Kreuzberger Straßenschlacht und der Walpurgisnacht auf dem Brocken. Als die letzten in dieser Nacht in den Schlafsack kriechen wirft die Sonne schon die ersten Strahlen in das Langental.

Die Vorfahrten im weiteren Tagesverlauf werden zahlreich in Anspruch genommen, doch es wird den meisten nichts bringen. In der Nacht sehen die Downhills komplett anders aus und die im hellen ausgelotete Ideallinie wird ganz schnell zum Schlauchkiller. Der Platzwart Mahatma stellt uns stolz seinen Bikepanzer für eine Probefahrt zur Verfügung. 4,0 Reifenbreite mit 0,5 bar vermitteln ein einzigartiges Fahrgefühl.
Am frühen Nachmittag startet mit einem Le mans- Start das heiss ersehnte INT. OPEN “WHITE PEACOCK SSP CHAMPIONSHIP” des SSPGCE. Die Kuriositäten die hier aufs Rad steigen sind mehr als Filmreif. Egal ob die wilde Hellga im Hochzeitskleid, der Gärtner in Gummistiefeln mit Klapprad, SSP-Bunnys, Fixies oder der wild durch die Luft fuchtelnde Einradfahrer, allen ist eins gemeinsam. Sie wollen Spaß aber auf gar keinen Fall gewinnen denn die Bierdusche gibt es bereits zum Start. Dass Pedelecs fehlten ist wohl nur auf die strengen Regularien des Veranstalters zurückzuführen.  
       
Über 50 Kinder nehmen am Kinderrennen rund um das Festivalgelände teil. Der Andrang ist so groß, dass man kurzerhand zwei Altersklassen bildet. Unter ihnen auch Aline Warken bei Ihrem ersten MTB Rennen. Mammi musste das Trikot mehrmals mit erhöhter Temperatur waschen, damit es Ihr einigermaßen passte. Unterdessen nimmt das Lyonermassaker am BIKE AID Stand seinen Lauf. Acht Ringe werden an diesem heissen Nachmittag verputzt und bilden eine denkbar schlechte Grundlage für Hefezopf mit Nutella während des Rennens. Ein Ring landet noch auf dem Siegerpokal und trohnt auf einem mit saarländischen Spezialitäten getunten Laufrad, gestiftet von Bike Aid und einer edlen Lampenmanufaktur aus dem Saarland mit deren innovativen Lichtsystemen 10 BIKE AID Fahrer unterwegs waren.

Das Racingteam mit Timo, Mike, Bueschi und Basti  läuft ein und erwischt zu solch später Stunde doch tatsächlich noch einen Platz direkt neben uns. Den Aufbau des Teamzelts hatten Sie zwar vorher trainiert , doch irgendwer hat die Bezeichnungen an den Steckrohren vertauscht. Kurz vor neun startet dann das eigentliche Rennen. Nach mit dem traditionellen SIS Schwur geht es endlich auf den 11.5km 260hm Rundkurs in die Weidenthaler Nacht.

Ich schwöre, dass ich mich auf dem Trail nicht wie ein Arschloch benehmen werde, sonst soll mich der Blitz beim kacken treffen.

Startschuss durch die Weidenthaler Jägerschaft und auf geht´s. Die wilde Horde wirbelt eine Staubwolke auf wie bei Paris-Dakar. Die Nordkurve in der Langenthalstrasse hat Ihre Plätze für die Loala-Wellen bereits eingenommen und wird diese bis tief in die Nacht nicht mehr verlassen.

Nach der Ersten Runde legt sich der Stress und jeder hat im Feld seine Position gefunden. Bueschi muss sein Bike zum Fahrerwechsel schieben. Vorne und hinten platt nach der ersten Runde bedeuten neuer SIS Rekord. Mit einer Rundenzeit von 31:44 Minuten legt Harry von den "BIKE AID FUSSHUPEN" für sein Team eine Fabelzeit hin die später nur noch von den jungen Racern überboten wurde. Als Belohnung idarf er noch eine weitere Runde durchziehen.

Markus W. kümmert sich in der Zwischenzeit gemeinsam mit Christian um die zusätzlich eingerichtete, ausgezeichnete BIKE AID Verpflegungsstation die zu Nutellazopf und Eistee die richtige Abwechslung bildet.

Je später die Nacht desto größer werden die Hallizinationen. In der gähnenden Einsamkeit verwechslet man den tief stehenden Mond ständig mit dem bei jeder Runde sehnsüchtig erwarteten Kontrollpunkt am Ende des zweiten Aufstiegs. Dort gibt es mitten in der Nacht dann frisch gegrillte Bratwurst und Gummibären.

Der Coffeshop am Zieldownhill bleibt während der ganzen Nacht eine beliebte Anlaufstelle denn dort standen teilweise mehr Leute als unten bei der Zieldurchfahrt. Erhält man hier doch immer wieder wichtige neue Informationen welche Linie gerade aktuell am besten zu fahren ist. Vorsicht die Wurzel links wurde soeben von einem Fitfucker mit Vollbremsung freigelegt, besser rechts halten. Kaffee, Haribohaftgummis für die Dritten und später auch ein Bierchen nehmen die Angst aus den Beinen sich dort ein weiteres Mal runterzustürzen.
Gegen zwei Uhr in der Nacht findet auch Tom seine Fatamorgana.

Freihändig wie ein Trapezkünstler jongliert er vor Ihm im Trail. Da gleich die kleine Rampe zum Abschluß des Trails kommt erwartet Tom, dass er endlich mal zum Bremsen an den Lenker greift. Statttdesen scheppert er vor ihm in den Sand und Tom erkennt, dass es der Einradfahrer vom Mittag war. Zwei Runden hat er auf diese Weise zurückgelegt und hat damit mehr als unseren Respekt verdient. Immer wieder werden wir von 29er Singlspeedern am Berg überholt. Da ist was dran am Rollwiderstand.

Der Fotograf der Bike behindert irgendwann die Ausfahrt des eigens für dieses Rennen freigeräumten Trails weil er uns seine tolle neue Warnweste zeigen möchte. Die daruf folgende kleine Flugeinlage auf die Pflastersteine bleibt zum Glück ohne Folgen. Auf seine Bilder dürfen wir gespannt sein. Kurz vor Sonnenaufgang legt sich ein lauer Sommerregen auf den Weidenthaler Sand und am Ende der Nacht wird es nochmal  richtig spannend. Das Racing Team liegt kurz vor Ende des Rennens knapp auf dritten Stockerl. Erst in der letzten Runde verlieren sie wertvolle Minuten und landen mit 18 Runden immer noch auf einem hervorragenden 4. Platz.

Gegen 5:45 kommen das Team " The pirates of Bikeaidians " fast zeitgleich mit den Fusshupen durchs Ziel und beide können noch eine Runde dranhängen. Calli und Tom genießen die Strecke diesmal in der Morgendämmerung und können für Ihre Teams nochmal wertvolle Zeit gut machen.  Um 5:36 gehen die Warmduscher Greta und Theo auf Ihre letzte von insgesamt 12 Runden.

Im BIKE AID Pavillion liegen um diese Zeit nur noch Eingeknackte und Vermummte rum die sich der Schwerkraft der ermüdeten Augenlider nicht mehr erwehren konnten. Die Morgendusche fällt nach dem Rennen ins Wasser. Wir sind zu fertig um den Weg zum nahegelegenen Sportplatz zu schaffen.

Die braunbestäubten Beine werden abgekehrt, die lang Bux driwwer und ab gehts zum Pälzer Frühstück mit anschließender Siegerehrung. Auch hier ist alles anders. Die Pokale sind selbstgemacht und die eigentlichen Preise bekommen nur die die wirklich an diesem Wochenende was Besonderes gemacht haben.

Die Platzierungen:

4er
BIKE AID RACING                      Platz 4            18 Runden
Timo, Bueschi, Mike, Basti

BIKE AID RACING FUSSHUPEN  Platz 17          14 Runden
MarkusW, Tom, Harry, Andy

PIRATES OF THE BIKEAIDIEN    Platz 18          14 Runden
Caro, David, Calli, ChristianS.

2er mixed
Warmduscher                           Platz 4           12 Runden
Getra, Theo

Solo
Martin W.                                  Platz 13         11 Runden
Markus S.                                  Platz 23          9 Runden

Falk von Pidol war ebenfalls sehr erfolgreich im BIKE AID Trikot unterwegs.
Doch was zählen schon die Ergebnisse.  Das Erlebte ist das was bleibt.
Und das war auch diesess Jahr wieder jeden Cent Eintrittsgeld wert.
WOODSTOCK, WACKEN, WEIDENTHAL oder  Familienfest, Rockkonzert, Bikemesse, Zeltlager, Kindergeburtstag, Biker CSD, Gourmettempel, Grillfest, Chill-outarea, Wickelstube, Flohmarkt, alles miteinander kombiniert, das ist Schlaflos im Sattel.

Auf der Richtungsfahrbahn Saarbrücken soll es unbestätigten Berichten zufolge zu erheblichen Behinderungen aufgrund liegengebliebener Fahrzeuge gekommen sein.  Den Ermittlungen der Polizeidienststelle Waldmohr zufolge soll es ich bei den Tätern um übermüdete Teilnehmer eines Mountainbikerennens in der Pfalz handeln.
Ich glaub mich fröstelt.


Sportliche Grüsse

Martin