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PFALZ: Felsenpfad um Rodalben

Sonntag, Mär 22, 2009 in Community

Warum in die Ferne schweifen, denn die schönsten endlosen Single-Trails, fast 95 Prozent, liegen vor der Tür, genauer gesagt, um Rodalben.
Wir, das sind MarkusW, Michael, Roland, Manu und ich, haben diese Herausforderung bei besten Wetter- und Bodenbedingungen angenommen. Um 11 Uhr konnten wir uns wie verabredet am Parkplatz Bärenfelsen, dank des guten „Geländegespürs“ und der eingescannten Wanderkarte, treffen.

Der Wanderweg über 46 km und 900 hm ist mit einem „F“ durchweg gut markiert. Wegen des Talblickes wird er für Wanderer im Uhrzeigersinn empfohlen, für Biker ist es jedoch umgekehrt sinnvoll, da man so zum Berg mit rechts ausklicken kann. Und das passiert ständig, da die zahlreichen Hindernisse wie Wurzeln, Felsen und Treppen so unvermittelt hinter den vielen Kurven auftauchen.

Bis zum eigentlichen „Einstieg“ ging es ca. 5 Minuten über eine breite Forststraße, um dann vor der größten Sandsteinhöhle der Pfalz, dem Bärenfelsen zu landen. Hier gab es schon die erste kleine Panne, aber unter dieser beeindruckenden Höhle mit den zwei Wasserfällen war das Warten durch das Fotografieren sehr kurzweilig. Danach hieß es tragen, obwohl hier schon die ehrgeizigen Fahrer das Unmögliche versuchten, was manchmal auch gelang – Wege um die Treppen herum im Steilhang zu suchen. Dies wurde dann zum Tagesmotto von Roland, mit der Aussage: „ist fahrbar“, was bei mir aber nur ungläubiges Staunen und größte Bewunderung hervorbrachte.

Danach ging es hoch konzentriert, wegen der vielen technischen und zum Teil sehr engen Passagen, über 11 Seitentäler und an 20 imposanten Felsmassive, mit zum Teil seltenen Namen wie, Karl-May-Felsen, Fuchsfelsen, Kuhfelsen und Saufelsen vorbei. Die entferntesten Punkte sind jedoch nur 5 km Luftlinie voneinander entfernt, so dass man jederzeit aussteigen könnte. Das schöne Licht–Schatten-Spiel der Felsen und Bäume konnte man jedoch nur genießen, wenn man kurz stehen blieb, da der Weg keine Unachtsamkeit duldete.

Als Rastplatz für unser verdientes Pausenbrot suchten die Jungs nach ca. 3 Stunden nicht einen der vielen Tische mit Bank aus, sondern – einen Felsen, der wie ein Adlerhorst aussah, den sie mit viel Freude erklommen. Auf diesem gab es sogar Funkkontakt, um die wichtigsten Geschäfte zuhause erledigen zu können. Schöner kann man doch nicht arbeiten. Leider war unser idyllisches Plätzchen vor einer Steigung, die nach der Pause etwas mehr in die Beine ging.

Nach unendlich vielen Biegungen und Hindernissen, mit genau so vielen genialen flowigen Single-Trail-Passagen und knappen, knackigen Aufstiegen, ließ nach ca. 5 Stunden kurz die Konzentration nach und schon war mein „Lenker zu breit“. Nach einem filmreifen Abstieg, aus voller Fahrt, über den Lenker landete ich mehrere Meter unter dem eigentlichen Weg. Zum Glück war die Landung sehr weich, da die Pfälzer genau so wenig den Wald von Kleinholz aufräumen wie wir. Aber im Steilhang bekommt man selbst ein Carbonrad fast nicht den Berg hoch, zum Glück nahte die männliche Hilfe, die etwas verwundert über meinen Umweg war. Knackig ging es über abenteuerliche Felsrampen weiter, nur jetzt schauten die Jungs genauer hin, als vor meinem Sturz. Im Nachhinein erfuhr ich, dass sich fast zeitgleich einer der Jungs 30 m weiter ebenfalls etwas zuviel dem Boden genähert hatte, aber auch hier verlief alles gut.

Es war eine tolle Bike-Tour über 6 Stunden, fast ohne Berührung mit der „Zivilisation“, bei Kaiserwetter mit netten Bikefreunden ohne ernste Zwischenfälle, was will man mehr als Organisatorin. Wenn man dann noch im Forum liest „Bin gerade aus dem Trailrausch erwacht“, „Das Beste was ich bisher gefahren bin“, „Sensationell“, „GENIALE Tour“ dann freut man sich um so mehr.

Eure Lilli