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Öfters mal was Halbes

Montag, Feb 16, 2009 in Community Alternativprogramm zum Biken: Laufen ist auch ein schöner Zeitvertreib...
Mich als "Schönwetterfahrer" zu bezeichnen, geht mir zwar ein bisschen gegen die Ehre, trifft aber ansonsten den Kern. (von Jörg Aumann)

Der Winter ist daher nicht so ganz mein Fall, obwohl ich in der Zeit eher mal öfter mit dem MTB als dem Straßenrad unterwegs bin. Ich kann die Kälte bei über 30 km/h nämlich besonders schlecht vertragen...
 
Das ist diesen Winter nicht anders, aber zumindest wenn's nass ist, ist auch der Spassfaktor im Wald getrübt. Negativer Höhepunkt war eine Heimfahrt von der Arbeit in Saarbrücken am 10.02. mitten im Wüten von Tief "Quentin". Nachdem ich über den Pfaffenkopf drüber war und mich bei 3 Grad, Regen und Wind von Altenkessel Richtung Ritterstraße an der Allitfabrik vorbei durch den Wald quälte, hätte ich am liebsten die Mühle ins Unterholz geschmissen.
 
Alle Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen: Und wie hilft sich da ein Biker, vor allem wenn ihn der Wunsch nach Gewichtsreduktion vor der Saison umtreibt? Im Sommer steht schliesslich ein Alpencross mit den Bergziegen an, und Grimsel und Simplon mit über 85 kg geht gar nicht. Die Lösung liegt nah - seit Mitte November "gebbd emool gelaaf". Angenehmer Nebeneffekt war auch die Möglichkeit, mit dem Sohnemann was für die Cross-Südwestmeisterschaften zu tun. Die Saarland- und Vizesüdwestmeisterschaft für Jan-Robin kommt ja nicht von ungefähr, im Gegenteil: "Qualität" kommt von "Qual", wusste schon Felix Magath, das gilt selbstverständlich nur für mich und nicht für meinen zehnjährigen Sprössling ;-).
 
Saisonhöhepunkt nach den Laufübungen sollte für mich jedoch der Halbmarathon der Schlau.comer von Saar 05 sein - und heute war es soweit. Mein erster "Halber" stand an - bei knackig kaltem Wetter, aber herrlichem Sonnenschein stand ich in BIKE-AID-Kluft als "Fahnenträger" unseres Vereins um 10.30 Uhr am Start. Ich hatte mir fest vorgenommen, nach Puls und nicht auf Zeit zu laufen, konnte aber meinen Enthusiasmus auf den ersten beiden Kilometern nicht bremsen: Mit 8:26 nach 2000m und 170 "beats per minute" lag ich eindeutig über meinem Soll, und daher bremste ich mich auf den nächsten Kilometern etwas. Ein bisschen Neid kam dann doch auf, als ich die "Fahrradhasen" vor dem Führenden bzw. der Verfolgergruppe sah - zeitweise hätte ich nichts gegen einen Tausch der Mittel der Fortbewegung gehabt ;-)
 
Bald aber schon fand ich meinen "Groove" - mit 160-165er Puls zog ich meine Bahnen entlang der Saar, und auch das gefürchtete "Loch" bei km 16-18 blieb aus. So hatte ich zum Schluss sogar noch Lust und Power zu einem gediegenen Spurt und kam schliesslich in 1:37:12 fast acht Minuten unterhalb meiner Zielvorgabe an - als immerhin 124. von über 300 Startern. Jan-Robin hatte mich unterwegs mit Getränken versorgt und auch einige schöne Fotos gemacht - so waren die Rollen mal ausnahmsweise vertauscht, ehe in den anstehenden Rennen der Straßensaison ich wieder in die dienende Rolle schlüpfen werde...
 
Fazit: Wer laufend denkt, bewegt sich - und das ganze ging so gut, daß ich nicht einmal mit meinem Lieblings-Prahlerzitat anrücken kann: "Pain is weakness leaving the body" - denn es hat nicht mal wehgetan ;-). Und Spass hat's auch gemacht. Als Winteralternative und Sommerergänzung kann ich das Laufen jedenfalls sehr empfehlen. Würde mich freuen, wenn bei einigen der anstehenden Läufe im Saarland vielleicht mal der bzw. die eine oder andere aus der BIKE-AID-Gemeinde mitläuft - einfach mal ab und zu ins Forum schauen oder schreiben!
 
Jörg Aumann