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Ein Eis auf Schloss Ziegelberg

Sonntag, Mai 23, 2010 in Community

Einen schöneren Tag zum Biken kann man sich kaum vorstellen. Für einen von uns sollter er aber rabenschwarz werden. Zu fünft machen wir uns bereits um 10 Uhr auf um den Saar-Hunsrück-Steig unter die Stollen zu nehmen.
Ricci, Bernd, Hans-Jürgen, Andi und meine Wendigkeit, alle "angetreten" an der Schleuse Rehlingen im BIKE-AID Vereinstrikot. So gehört das! Tags zuvor hat Bernd die Tour mit 120km und 2.200 HM angesetzt, was im wesentlichen bedeutet, daß ich eine Portion Müsli mehr gegessen habe als sonst.
 
Den ersten Schreck gibt es schon vor der eigentlichen Tour. Hans-Jürgen, gestartet in Saarlouis, wird unbemerkt von seinem Hund verfolgt. Glücklicherweise wird Ben bereits wenig später, aber kilometerweit von zuhause und von Hans-Jürgen entfernt, wieder aufgefunden.
 
Auf abwechslungreicher Strecke nähern wir uns dem eigentlichen Ziel unserer Expedition, dem Saar-Hunsrück-Steig, auf den wir in Weiskirchen einbiegen wollen. Als wir gerade bemerken, daß so eine Tagestour in heimischen Gefilden durchaus Alpencross-Feeling aufkommen läßt, entdecken wir einen wunderbaren Biergarten am Rande des Wildparks in Weiskirchen. Etwas Umsatz kann dort bestimmt nicht schaden nach solch einem kühlen Jahresbeginn. Wir geben uns Mühe: 5 x Spaghetti B., 10 mal Erdinger alkoholfrei.
 
So schön, solche Pausen auch sind, danach wäre doch eher ein Schläfchen angesagt als anspruchsvolle Trails. Die haben es auch wirklich in sich und sind mit das feinste und wurzeligste was man bei uns so finden kann. Sehr freundlich und unkompliziert auch die Wanderer. Von denen sind heute viele mit Mehrtagesgepäck unterwegs. Man begrüßt sich, man bedankt sich fürs Platzmachen oder Warten - wie man in den Wald reinruft so schallt es eben auch raus.
 
Unterwegs findet Bernd, als Guide immer sehr wachsam unterwegs, noch ein paar Schaltwerksröllchen von der ersten Shimano-Kettenschaltung aus dem späten Paläozoikum. Für heute verzichten wir auf einen Anbau, obwohl das Teil sich sehr schick an meinem Bike macht.
 
Wir sind jetzt fast 5 Stunden auf dem Bike und haben noch weitere 3 vor uns. Zudem möchte ich noch etwas vom Champions-League Endspiel Bayern München gegen Inter Mailand mitbekommen. Hätt' ich es doch bloß verpasst!
Wir geben also etwas Gas und finden die eine oder andere nette Streckenergänzung. So zum Beispiel eine Verbindung von Saarhölzbach immer hoch oberhalb am Hang entlang bis nach Mettlach. Mettlach? Stimmt, dort gibt es doch jede Menge toller Trails die wir vom Saarschleifen-Marathon kennen. Irgendwann sind wir oberhalb Schloß Ziegelberg. Andi ist etwas hinter der Gruppe und wir beratschlagen ob wir besser in Ziegelberg oder in Mettlach ein Eis essen. Plötzlich ein Krachen, gefolgt von einem Schrei.
 
Der Rest ist leider schnell erzählt. Unsere Rast findet gezwungenermassen auf Schloß Ziegelberg statt und Eis gibt es auch. Leider nur als Erstversorgung für Andis gebrochene Hand. Ein wirklich unglücklicher Sturz an einer steilen Stelle des Trails. Der Pächter des Restaurant ist sehr hilfsbereit und unterstützt uns mit Eis und einem Taxi ins nächste Krankenhaus. Dort bestätigt sich unsere Vermutung. Eine Fraktur im Bereich der Mittelhand.
Großes Pech für Andi, da wir in den nächsten Wochen noch die ein oder andere Alpentour unternehmen wollten.
 
Wir  beschließen die Tour an dieser Stelle abzubrechen und fahren über Gangolf an der Saar entlang nach Hause. Gereicht hat es auch so. 9 Stunden unterwegs, 100km, 1600 HM - und wieder ein "Andi mit gebrochenenen Knochen" - mehr brauchen wir heute nicht. Anscheinend ist die Kombination Samstagstour / Vorname Andreas derzeit nur schwer mit heilen Knochen vereinbar Abergläubisch sind wir natürlich nicht ;-)
 
Es grüßt,
 
 
euer
Scotty
 
 
@Andi: Gute Besserung von uns allen!