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Bundesliga Auftakt in Münsingen

Montag, Apr 19, 2010 in Community

Samstag, den 17.04.2010 machen wir uns morgens um 10:00 Uhr auf den Weg in das 300km entfernte Münsingen in Baden Württemberg. Nach einer fast staufreien Fahrt kamen wir nach 3 Stunden bei unserer Pension in Bad Urach an.
Dort hieß es dann erstmal einchecken und die Zimmer beziehen. Um 14:00
machten wir uns dann auf den Weg in das noch 12 km entfernte Münsingen. Dort holten wir erstmal unsere Startnummern ab. Danach ging es bei 15° auf die sowohl im Downhill sowie Uphill sehr technische Strecke. Diese lies sich sehr gut fahren, der ganze Wald war staubtrocken. 5 Runden fuhren wir auf der Strecke, die technisch anspruchsvollen Streckenabschnitte auch zwei bis dreimal, damit es am nächsten Tag auch schön flüssig und sturzfrei klappt. Nach der Vorbelastung hieß es dann die Zelte der Profiteams zu durchstöbern, da
trifft man dann auch mal einen Karl Platt, Julien Absalon, Moritz Milatz, Ralph
Naef, Jose Antonio Hermida, Stefan Sahm… oder auch einen der weiblichen
Profis wie Lisi Osl, Elisabeth Brandau oder Irena Kalentieva.

Nach der Besichtigung ging es dann mit einer Portion Nudeln an die Strecke, denn jetzt statete das Sprintrennen der Eliteklasse. Nach dem Sprintrennen ging es dann wieder zurück nach Bad Urach zum Abendessen. Um 22 Uhr war Bettruhe angesagt, denn wir mussten schon um 6:30 wieder zum Frühstück. Im Bett ging Ich die Strecke noch mal im Kopf durch, damit auch ja nichts schief läuft.

Am Sonntag um 6 Uhr früh klingelte dann der Wecker,ab ins Bad und schnell die Radklamotten an und zum Frühstückstisch. Am Tisch herrschte Stille, ob es nun die Aufregung oder die Müdigkeit war - wohl ein bisschen von Beiden. Nach dem Frühstück noch schnell etwas überziehen, die Sachen packen und dann so schnell wie möglich nach Münsingen. Sebastian und ich, wir wollten ja bei unserem ersten Bundesligarennen in der Saison nicht zu spät sein. Doch vor dem Start hieß es erstmal das Eis von den Scheiben kratzen, denn über die Nacht ist es bis auf 1° abgekühlt, doch der Blaue Himmel versprach perfekte Rennbedingungen. Eine Stunde vor dem Startschuss, sprich 7:30 Uhr,  kamen wir dann endlich in Münsingen an. Bei einer fast beängstlichen Stille holten wir die Räder aus dem Auto, befestigten unsere Startnummer und zogen uns die restliche Radbekleidung an. Jetzt noch schnell eine halbe Stunde warmfahren. Hier hieß es nur noch Ruhe bewahren. Der Start rückte immer näher und somit wuchs auch die Aufregung. Um 8:15 Uhr kam dann der Aufruf: "Alle u19 Fahrer möchten bitte in den Startbereich für die Startaufstellung fahren." Der Sprecher begann: "300 Julian Schelb, 301Wenzel Böhm-Gräber, 302 Sascha Blehr, …, 345 David Büschler, …, 379 Sebastian Groß, …" Die Wartezeit bis zum Startschuss kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit, aber so ging es bestimmt nicht nur mir. Plötzlich sagte der Sprecher: "Noch 60 Sekunden". Das war für mich das Zeichen, noch schnell ein Gel essen, ein Schluck trinken, dann ging es auch schon Schlag auf Schlag. "Noch 5, 4, 3, 2, 1" Der Startschuss ging los. Das 90 Mann starke Fahrerfeld sprintete auf den ersten steilen Wiesenhang zu, es kam wie es kommen musste, ein Massensturz am Start. Ich konnte den Sturz gut umfahren und kam auch gut in das Rennen rein. Die ganze Aufregung war schnell vergessen, denn das hohe Tempo beanspruchte die komplette Konzentration. In der ersten Runde konnte ich meine Startposition trotz einem Zwischenstopp wegen einem Kettenklemmer halten. In der zweiten Runde fuhr ich mit Michel Burghart (ksw Radsport) zusammen. Am Ende der Runde steigerte ich nochmals das Tempo und ließ Michel hinter mir. Zu Anfang der 3. Runde konnte ich mich dann an eine 5 Mann starke Gruppe heranfahren, doch ich merkte, das dass Tempo der Gruppe sehr hoch war und lies mich deswegen wieder etwas zurück fallen. Am Ende der Runde konnte ich noch auf 2 weitere Fahrer aufschließen. Mit meinen zwei Kontrahenten konnte Ich die 4 Runde gut bestreiten, zusammen konnten wir auch noch an ein paar zurückfallenden Fahrern vorbeifahren. In der 5. Runde steigerte ich dann das Tempo und konnte so die Gruppe, die ich in der 3 Runde ziehen lassen musste hinter mir lassen. Mitte der Runde zog ich an meinem Landeskader Kollegen Dennis Krewer vorbei. Somit befand ich mich auf Platz 38. In einem einsehbaren Teil der Strecke, sah ich, dass  ein weiterer Landeskaderfahrer, Tobias Burgard weiter zurück fiel. Dies motivierte mich nochmals und somit steigerte ich das Tempo in der letzten Runde. Nun war mir klar, wenn ich jetzt attackiere, könnte ich noch in die Top 30 fahren und somit meine ersten Bundesligapunkte sammeln. 1km nach dem Ziel Bereich konnte ich mich an die Gruppe mit Tobias heranfahren. Am nächsten Anstieg griff ich nochmals an und schloß an Paul Schumacher (Ibis-TriCycles-Racing) und Laurent Gampp (Lexware-Racing Team) auf. Im nächsten und somit letzten längeren Anstieg riss die Gruppe auseinander. Auf der letzten Abfahrt, eine längere Wiesenabfahrt, sah ich hinter mir niemanden mehr, nur noch ein Fahrer in Sicht, 10 Meter vor mir, Laurent Gampp, ich sprintete los mit letzter Kraft, noch einmal alles geben. Leider hat es nicht mehr ganz gereicht. Mit 5 Sekunden Rückstand auf den 32. fuhr ich auf Platz 33 ins Ziel.
33. Gesamt, 21. Deutscher, 2. Saarländer, auch wenn es nicht
für die Top 30 gereicht hat, kann ich mit meinem Ergebnis völlig zufrieden sein.
Sebastian Groß beendete das Rennen auf dem 66 Rang.
 
(Berich von D.Büschler)