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BIKE AID holt Sprinttrikot in Hellas - Kristiāns Belohvoščiks wechselt vom gelben Trikot in Benin zum roten Trikot in Griechenland

Montag, Mai 11, 2026 in Pro Cycling

In Ioannina im Nordwesten Griechenlands, unweit der albanischen Grenze, startete vergangene Woche die Tour of Hellas, die offizielle Landesrundfahrt Griechenlands. Für BIKE AID entwickelte sich das fünftägige UCI-2.1-Rennen erneut zu einem starken internationalen Auftritt.

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse. Gerade erst hatten wir von Benin berichtet, von einem Tag und einer Geschichte, die wir erzählen wollten. Und schon müssen wir uns erneut melden.

BIKE AID ist gerade von der Tour du Bénin aus Westafrika zurückgekehrt. Dort gewann Kristiāns Belohvoščiks die Gesamtwertung der sechstägigen Rundfahrt, Oscar Schempp feierte zwei Siege.

Natürlich werden Kritiker sagen: „Jetzt gewinnen sie eben Rennen in Afrika.“

Doch genau diese Rennen waren für das neu formierte Team enorm wichtig. Nach dem großen Umbruch im Kader für 2026 geht es aktuell darum, aus vielen neuen Fahrern wieder eine funktionierende Mannschaft zu formen. Gemeinsam Rennen zu gewinnen, Vertrauen aufzubauen und als Team zusammenzuwachsen.

Vor allem aber haben uns die vielen positiven Rückmeldungen darin bestärkt, dass die Reise nach Benin richtig war. Menschen wurden durch unsere Erfolge erstmals auf Radrennen in Westafrika aufmerksam. Auf ein Team namens BIKE AID aus dem Saarland. Genau darum geht es uns auch: Aufmerksamkeit schaffen, Perspektiven öffnen und Menschen erreichen, die sich zuvor mit solchen Geschichten nie beschäftigt haben.

Die große Frage war deshalb: Kann BIKE AID dieses Momentum direkt auch bei hochklassigen Rennen in Europa bestätigen?

2025 war das Jahr, in dem BIKE AID bei großen Rennen für Überraschungen sorgte. Als Anton Schiffer bei der Tour of Hellas Zweiter der Gesamtwertung wurde, konnten selbst die TV-Kommentatoren es kaum glauben.

„Natürlich spürt man Druck, immer dort weitermachen zu wollen, wo man bereits angekommen ist. Aber so funktioniert Leistungssport nicht, gerade nicht für ein Kontinental-Team gegen internationale Spitzenteams“, sagt Matthias Schnapka.

Und dann kommt der heutige Tag beim Auftakt der Tour of Hellas

Kristiāns Belohvoščiks sprintet direkt nach seinem Gesamtsieg in Benin auf Platz drei und damit erneut aufs Podium eines europäischen UCI-2.1-Rennens. Ein weiteres starkes Signal für das Team und alle Partner, die diesen Weg begleiten.

Doch die eigentliche Geschichte ist noch größer

Nahom Efriem.
19 Jahre alt.
Aus Eritrea.

Er war noch nie in Europa.

2025 gewann er als Junior die eritreische Meisterschaft und fuhr bei der Weltmeisterschaft in Ruanda mit Platz 11 das beste Ergebnis aller männlichen Fahrer des afrikanischen Kontinents ein. Ein Talent, auf das längst große internationale Teams aufmerksam geworden sind.

Und trotzdem muss man realistisch bleiben. Ein Junior aus Eritrea. Erstes Profirennen. Erster Tag in Europa. Erstes Rennen in der Elite. Erster Renntag überhaupt in der Saison 2026.

Eigentlich geht es darum, Erfahrung zu sammeln.

Doch Nahom wartet seit Wochen auf diesen Moment. Immer wieder verzögert sich die Visaerteilung. Immer wieder muss er warten. Wir fragen uns: Was macht das mit einem jungen Fahrer, der voller Hoffnung auf sein erstes Rennen als Profi blickt?

Dann kommt Hellas.

171,3 Kilometer.
49,75 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.
Massensprint.
Stürze im Finale.

Und plötzlich fährt dieser junge Fahrer aus Eritrea ganz vorne mit. Ruhig. Souverän. Ohne Angst.

Nahom Efriem sprintet bei seinem ersten Rennen in Europa direkt auf Platz fünf. Fast auf Augenhöhe mit dem Sieger. Gerade erst aus dem Flugzeug aus Asmara gestiegen.

Das ist kein Sieg. Und es wäre völlig vermessen, das so darzustellen.

Aber was dieser fünfte Platz bedeuten könnte, das lässt träumen.

Belohvoščiks wechselt Gelb aus Benin mit Rot in Griechenland

Kristiāns Belohvoščiks sprintete auf den ersten beiden Etappen jeweils auf Platz drei und damit direkt aufs Podium. Der lettische Neuzugang bestätigte damit seine starke Form eindrucksvoll. Bereits wenige Tage zuvor hatte er für BIKE AID die Gesamtwertung der Tour du Bénin gewonnen. Nach insgesamt 863,8 Kilometern rollte das Rennen schließlich in Athen ein und Belohvoščiks trug das rote Trikot des besten Sprinters auf seinen Schultern. Vom Gelben Trikot des Gesamtführenden in Benin zum Sprinterkönig der Tour of Hellas, die vergangenen Wochen markieren die bislang stärkste Phase seiner Karriere.

Mit dem Roten Trikot in den Reihen von BIKE AID stand das Team erneut bei einem großen europäischen Rennen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Medien, Zuschauern und internationalen Teams.

Talent Nahom Efriem

Gleichzeitig sorgte der junge Eritreer Nahom Efriem bei seinen ersten Renntagen überhaupt im Profi-Peloton für Aufmerksamkeit. Der 19-Jährige zeigte mehrfach seine große Klasse und bestätigte den Eindruck, dass BIKE AID hier erneut ein außergewöhnliches Talent entdeckt haben könnte. 

Even Yemane Top 20 Gesamtwertung

In der Gesamtwertung wollte vor allem Oliver Mattheis eine Rolle spielen. Doch die entscheidende Bergetappe wurde durch Regen und zahlreiche Stürze geprägt. Bereits am ersten großen Anstieg verwandelte sich das Rennen in eine gefährliche Rutschpartie, von der auch mehrere BIKE AID Fahrer betroffen waren. Mit Platz 20 in der Gesamtwertung zeigte der erst zwanzigjährige Even Yemane dennoch eine solide Leistung.